Forschung

Fall melden — Für Fachkräfte der Sozialen Arbeit

Mit einer neuen Meldestelle macht das Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit Vorladungen von Fachkräften als Zeug*innen sichtbar. Vorladungen und Aussagepflichten gehören in vielen Arbeitsfeldern zur Praxis, ihre Folgen für professionelle Beziehungen und Handlungssicherheit bleiben jedoch oft unsichtbar. Die Meldestelle trägt dazu bei, diese Erfahrungen zu erfassen und die Arbeit für einen besseren strafprozessualen Vertrauensschutz zu stärken.

01.09.2026

Unter www.zeugnis-verweigern.de/fall-melden können entsprechende Fälle ab sofort unkompliziert gemeldet werden. Ziel ist es, einen besseren Überblick über das Ausmaß von Vorladungen und deren Auswirkungen auf die Praxis Sozialer Arbeit zu gewinnen. Gleichzeitig trägt die Sammlung dazu bei, politische Forderungen nach einem Zeugnisverweigerungsrecht weiter zu untermauern.

Die Meldung erfolgt niedrigschwellig und dient der anonymisierten Dokumentation. Jede eingereichte Erfahrung hilft, strukturelle Probleme sichtbar zu machen und die Interessen der Profession zu stärken.

Fachkräfte der Sozialen Arbeit sind daher ausdrücklich eingeladen, Vorladungen zu melden und so einen wichtigen Beitrag zur gemeinsamen Interessenvertretung zu leisten.

Jetzt Fall melden

  • Dauer: in der Regel etwa 3–5 Minuten; mit ausführlicheren optionalen Textantworten auch etwas länger
  • Teilnahme: anonym, Kontaktdaten können bei Bedarf angeben werden
  • Nach dem Klick auf den Link oben öffnet sich das Onlineformular auf CryptPad.

Mit ihrer Teilnahme helfen Fachkräfte dabei, Erfahrungen und Argumente aus der Praxis systematischer zu erfassen und besser zu verstehen, welche Folgen Vorladungen und Aussageanforderungen für professionelle Beziehungen, Handlungsspielräume und Arbeitskontexte haben.

Warum diese Meldestelle wichtig ist

Vorladungen, Aussagepflichten und Unsicherheiten gehören in vielen Arbeitsfeldern zur Realität. Ihre Folgen für professionelle Beziehungen, Beratungsprozesse und Handlungssicherheit werden bislang jedoch nur unzureichend sichtbar.

Belastungen sichtbar machen

Die Meldestelle soll dazu beitragen, besser zu erfassen, wie häufig Vorladungen vorkommen, wie sie erlebt werden und welche Auswirkungen sie auf Fachkräfte und Arbeitskontexte haben.

Vertrauensbeziehungen ernst nehmen

Wenn sensible Informationen potenziell in Strafverfahren eingebracht werden können, betrifft das nicht nur einzelne Fälle, sondern auch allgemein Beziehungen zu Adressat*innen und die Glaubwürdigkeit von Angeboten.

Fachpolitische Arbeit stärken

Die Ergebnisse sollen helfen, Erfahrungen und Argumente aus der Praxis fundierter in die Debatte um ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit einzubringen.

Worum es bei der Meldestelle geht

Fachkräfte der Sozialen Arbeit arbeiten häufig in Kontexten, in denen Vertrauen eine zentrale Voraussetzung professionellen Handelns ist. Gerade dort können Vorladungen als Zeug*innen, die Erwartung einer Aussage oder schon die Möglichkeit einer späteren Vernehmung erhebliche Folgen haben — für Beziehungen zu Adressat*innen, für Beratungsprozesse und für die Handlungssicherheit von Fachkräften.

Bislang fehlt ein breiterer Überblick darüber, in welchen Arbeitsfeldern solche Situationen auftreten, wie sie erlebt werden und welche Umgangsweisen sich in der Praxis herausbilden. Diese Meldestelle soll dazu beitragen, dieses Dunkelfeld besser auszuleuchten.

Jede Erfahrung hilft, Sichtbarkeit zu schaffen

Jede Meldung trägt dazu bei, Praxiserfahrungen besser zu verstehen und in die weitere Debatte einzubringen. Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V. freut sich über alle Teilnehmenden aus dem Umfeld der Sozialen Arbeit.

Jetzt Fall melden

Quelle: Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V.

Redaktion: Sofia Sandmann