Rheinland-Pfalz
Expert*innen-Dialog zur Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe
In Berlin fand ein Expert*innen-Dialog zur Finanzierung der Kinder- und Jugendhilfe statt, aus dem vier Leitlinien hervorgingen: Bestellprinzip bei Kostenübernahmen, Schnittstellenoptimierung zu angrenzenden Systemen, neue Finanzierungsformen sowie eine Strukturreform für inklusive Hilfen. Rheinland-Pfalz übernimmt für ein Jahr die Federführung.
22.07.2026
Bessere Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien durch stärkere Vernetzung und verlässlichere Finanzierung: Darum ging es beim Expert*innen-Dialog „Für eine nachhaltige Finanzarchitektur der Kinder- und Jugendhilfe“ in Berlin, bei der die rheinland-pfälzische Familien- und Jugendministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler an einer Diskussion mit dem saarländischen Sozialminister Dr. Magnus Jung sowie dem Geschäftsführer des Bundesverbandes des Kinderschutzbundes, Daniel Grein, teilnahm. Dabei betonte Bätzing-Lichtenthäler: „Die Kinder- und Jugendhilfe ist Teil einer umfassenden sozialen Infrastruktur. Sie begleitet durch alle Lebensphasen.“ Wenn es nun um notwendige Reformen gehe, sei eines klar: „Sparen als solches ist kein ausreichendes Reformziel.“
Vier Leitlinien zur Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe
In ihrem Statement fokussierte Bätzing-Lichtenthäler auf vier Leitlinien für die Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe. Erstens: Wer bestellt, bezahlt – dieser Grundsatz sei unerlässlich. Sie sei dankbar, dass sich die Ministerpräsidentenkonferenz unter rheinland-pfälzischem Vorsitz dieses Themas weiter annehme. Zweitens: Schnittstellen zu anderen Systemen, unter anderem in den Bereichen Schule, Gesundheit oder Arbeit, müssten überprüft werden, um Bedarfe junger Menschen zu decken, die nicht in den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe fallen – beispielsweise bei der Inklusion. Drittens: Es brauche neue Finanzierungsformen, insbesondere mit einer Stärkung der Leistungen im Vorfeld der Hilfen zur Erziehung. Viertens: Es brauche eine Strukturreform, an der die Länder beteiligt sind und die die Inklusive Kinder- und Jugendhilfe rechtlich verankert.
Die rheinland-pfälzische Familien- und Jugendministerin betonte:
„Wir müssen uns den Reformaufgaben systematisch in einem transparenten Prozess annehmen. Wir müssen den Menschen erklären können, welche Kinder- und Jugendhilfe wir brauchen, welche Hilfestrukturen wir unbedingt erhalten müssen und an welchen Punkten Veränderungen möglich und notwendig sind. Wir müssen unsere Angebote und Strukturen so ausrichten, dass sie junge Menschen befähigen, ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches und gemeinschaftsfähiges Leben zu führen.“
Rheinland-Pfalz übernimmt den Staffelstab
An der Dialogveranstaltung in Berlin, zu der das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz mit dem saarländischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit in die Vertretung des Saarlandes beim Bund geladen hatte, nahmen rund 60 Expert*innen aus Politik, Wissenschaft, Kommunen, Wohlfahrtspflege, Fachorganisationen und Selbstvertretungen teil. Zum Auftakt des Programms standen Impulsvorträge von Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, und Dr. Sven-Olaf Obst, Abteilungsleiter im Bundesfamilienministerium, in Vertretung für die Staatssekretärin Dr. Petra Bahr. Nach Niedersachsen hatte in diesem Jahr das Saarland die Federführung der Veranstaltung. Für die nächste Veranstaltung wird diese auf Wunsch von Ministerin Bätzing-Lichtenthäler auf Rheinland-Pfalz übergehen.
Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend vom 02.07.2026
Termine zum Thema
-
09.09.2026
„Kinder trauern anders“ – Basisseminar für Fachkräfte zur Begleitung von trauernden Kindern
-
11.09.2026
Traumapädagogik im Kontext von Stationärer Kinder- und Jugendhilfe
-
15.09.2026
Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten von gesellschaftlicher Polarisierung, Demokratiefeindlichkeit und Rechtsruck
-
16.09.2026
Wissenschaftliche Jahrestagung bke - Sprache
-
21.09.2026
Wo fängt Frieden an? mit Peacekeeperin Michelle Dörlemann live aus Somalia
Materialien zum Thema
-
Podcast
Sportlich, sicher im Netz. Vom Screen zum Team.
-
Webangebot / -portal
Autismus-Ratgeber.de – Informationen und praktische Hilfsmittel
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Finanzbildung für Jugendliche: kostenloses Lernmaterial
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Material für die Öffentlichkeitsarbeit der Jugendämter: Verfahrenslotsen im Fokus
-
Zeitschrift / Periodikum
AFET-Fachzeitschrift Dialog Erziehungshilfe
Projekte zum Thema
-
Methodenfinder
Methodenfinder
-
Institut für pädagogische Beratung
Komplexe Hilfen
-
MUTPraxis
Traumapädagogische Stabilisierung und psychosoziale Prävention im pädagogischen Alltag (MUTPraxis)
-
Trauerland - Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e. V.
Trauerland-Pop-Up: Anlaufstelle für trauernde Jugendliche im Bremer Zentrum
-
Stiftung "Achtung!Kinderseele"
Nicht jedes Schulkind ist schon schulstark – ein Pilotprojekt der Stiftung „Achtung!Kinderseele“ will das ändern
Institutionen zum Thema
-
Sonstige
BERNI - Überregionale Ombudsstelle Kinder- und Jugendhilfe Niedersachsen
-
Fort-/Weiterbildungsanbieter
Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft gemeinnützige GmbH
-
Sonstige
Öffentlicher Gesundheitsdienst
-
Stiftung / Fördereinrichtung
GOLDKIND – Stiftung für Kinder aus dysfunktionalen Familien gGmbH
-
Verband / Interessenvertretung
AWO Bundesverband e.V.