Mecklenburg-Vorpommern
Expert*innenkommission „Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt“ nimmt ihre Arbeit auf
Die Expert*innenkommission „Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt“ hat ihre Arbeit aufgenommen, um Handlungsempfehlungen für den Umgang mit digitalen Medien zu erarbeiten. Sozialministerin Stefanie Drese betonte die zentrale Rolle sozialer Medien in der Lebensrealität junger Menschen und die damit verbundenen Risiken durch personalisierte Inhalte und Algorithmen.
15.04.2026
Am 09.04. fand die Auftaktsitzung der Expert*innenkommission „Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt“ statt, die fundierte Handlungsempfehlungen im Umgang und Nutzung mit digitalen Medien erarbeiten soll.
„Insbesondere Soziale Medien prägen die Lebensrealität junger Menschen wie nie zuvor. Dabei wächst die Diskrepanz zwischen digitaler Teilhabe und Risiken. Denn, ein zentrales Merkmal fast aller sozialen Medien ist es, das Nutzungsverhalten zu analysieren, um Präferenzen und Verhaltensmuster von Personen zu ermitteln. Auf dieser Basis werden Nutzerinnen und Nutzern insbesondere individualisierte Inhalte zugespielt“,
betonte Sozialministerin Stefanie Drese zum Start der Kommission.
Diese Algorithmen sind geeignet, Menschen auf den diversen sozialen Plattformen gezielt zu beeinflussen, so Drese weiter. Das könne einerseits auf die Meinungsbildung und andererseits auch auf die Psyche von Nutzer*innen einwirken. „Besonders gefährdet sind dabei Kinder und Jugendliche. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen darf jedoch nicht am Geschäftsmodell internationaler Plattformen scheitern“, verdeutlichte Drese die Ausgangssituation für die Arbeit der Expertenkommission.
„Gleichzeitig brauchen auch Eltern, Schulen und Institutionen Orientierung“, betonte Drese. „Unser gemeinsamer Auftrag ist es deshalb für Mecklenburg-Vorpommern, evidenzbasierte und praxistaugliche Lösungen für den Umgang mit sozialen Medien zu entwickeln“, sagte die Ministerin.
Drese benannte drei wesentliche Handlungsfelder, die von der Kommission bearbeitet werden sollen: Medienkompetenz und Medienbildung, Gesundheit und soziale Folgen sowie Regulierungsmöglichkeiten auf Landesebene.
„Gerade mit Blick auf die gesundheitlichen Auswirkungen mit möglichen hohen psychischen Belastungen und großem Suchtpotenzial, Schlafproblemen und einem beeinträchtigten Selbstwertgefühl zeigen Studien unmissverständlich, dass jüngere Altersgruppen besonders gefährdet und betroffen sind. Je früher der Einstieg, desto höher das Risiko“,
betonte Drese.
Die Expert*innenkommission setzt sich aus Wissenschaftler*innen, Ärzt*innen, Vertreter*innen aus der Medienbildung und -forschung, dem Kinder- und Jugendschutz sowie Verbänden, Interessenvertretungen und Ministerien zusammen. Bis zum Sommer will das Gremium Ergebnisse erarbeiten und einen Abschlussbericht erstellen. Vorsitzende der Expert*innenkommission sind Sozialministerin Stefanie Drese und Professor Dr. med. Michael Kölch, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter der Universitätsmedizin Rostock.
Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport vom 09.04.2026
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