Forschungsvorhaben

Ernährungssituation armutsgefährdeter Haushalte mit Kindern

Ein Kind greift nach Erdbeeren, die auf einem Tisch liegen

In welchem Ausmaß armutsgefährdete Haushalte in Deutschland materielle und soziale Beeinträchtigungen im Bereich Ernährung erfahren, ist bislang wenig bekannt. Diese Lücke soll das interdisziplinäre Forschungsvorhaben „Multidisziplinäre Erhebung der Ernährungs- und Gesundheitssituation von Personen in armutsgefährdeten Haushalten mit Kindern (MEGA_kids)“ schließen.

01.03.2022

Die Erstveröffentlichung der Forschungsergebnisse erfolgt in einem Kapitelbeitrag zum 15. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Die Ernährungs- und Gesundheitssituation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in armutsgefährdeten Haushalten wird mittels quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden untersucht. Die Studie erfasst den gewöhnlichen Verzehr von Lebensmittelgruppen und ausgewählte Gesundheitsindikatoren sowie demographische Hintergründe. Auch die Ernährungsunsicherheit, die Ausgaben für Lebensmittel, die Nutzung von Schulspeisenangeboten und Angeboten von Tafeln, ernährungsbezogene Einstellungen, Kochkompetenz, Ernährungswissen sowie Kenntnisse über bestehende Ernährungsangebote werden geprüft. Ebenso werden die Ernährungsgewohnheiten und ernährungsbezogene Einstellungen untersucht. Um die Ziele zu erreichen, sind über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren (Laufzeit: Juli 2021 bis Dezember 2023) insgesamt vier Teilstudien geplant. Mit den Ergebnissen trägt die MEGA_kids-Studie zur Entscheidungshilfe für die Gestaltung von passgenaueren ernährungsbezogenen Unterstützungsangeboten sowie für die Planung und Umsetzung zukünftiger Interventionen bei.

Zum Hintergrund

MEGA_kids ist ein Forschungsvorhaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Die Ergebnisse werden im 15. DGE-Ernährungsbericht 2024 erstveröffentlicht. Die Studie wird gemeinsam von der Universität Hohenheim – Fachgebiet Angewandte Ernährungspsychologie und dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité – Universitätsmedizin Berlin durchgeführt.

Die DGE erstellt alle vier Jahre im Auftrag des BMEL den DGE-Ernährungsbericht. Dieser bildet die Ernährungssituation sowie deren Entwicklung in Deutschland ab und bewertet sie. Zudem berichtet er über aktuelle Forschungsergebnisse und fasst den vorliegenden Kenntnisstand zu ausgewählten Themen mittels systematischer Literaturrecherchen zusammen. Für die Bundesregierung liefern die Forschungsergebnisse und Aussagen der DGE-Ernährungsberichte wissenschaftlich fundierte und objektive Informationen für ihre ernährungs- und gesundheitspolitischen Entscheidungen.

Weitere Informationen zu den DGE-Ernährungsberichten sind in einem FAQ-Papier zusammengestellt.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) vom 17.02.2022

Redaktion: Silja Indolfo

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