DIJuF-Stellungnahme

Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Schutzes von Opfern häuslicher Gewalt

Gesetzentwurf des BMJV stärkt Schutz von Opfern häuslicher Gewalt und Kinderrechte durch verbesserten Informationsaustausch, erweiterte Beteiligungsrechte und verbindliche Einbindung von Jugendamt und Verfahrensbeistand.

10.08.2026

Das BMJV schlägt verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes von Opfern häuslicher Gewalt und zur Stärkung der Stellung des Kindes im familiengerichtlichen Verfahren vor, insbesondere:

  • Einführung eines Wahlgerichtsstands in Kindschafts-, Abstammungs- und Kindesunterhaltssachen
  • Konkretisierung der Amtsermittlungspflicht in Kindschaftsverfahren und Verzicht auf ein Hinwirken auf Einvernehmen zwischen den Eltern bei (konkreten) Anhaltspunkten für häusliche Gewalt
  • Verbesserung des Informationsaustauschs der beteiligten Gerichte und Behörden (zB Jugendamt), insbesondere Information des Jugendamts über die Einleitung eines Gewaltschutzverfahrens, wenn Kinder im Haushalt leben
  • Erweiterung der Beteiligung des Jugendamts in Gewaltschutzverfahren
  • Einführung einer Beschwerdemöglichkeit gegen Entscheidungen über den Umgang zwischen Kind und Elternteil im einstweiligen Anordnungsverfahren
  • Ausweitung der Verfahrensfähigkeit über 14-jähriger Kinder
  • Stärkung der Einbindung des Verfahrensbeistands
  • Verbindliche Beteiligung von Pflegepersonen im Kindschaftsverfahren

Zu ausgewählten Regelungsvorschlägen betreffend die Rechte von Kindern und Jugendlichen (bzw. deren gewaltbetroffenen Elternteilen) sowie deren Auswirkungen auf die Praxis der Jugendämter nimmt das DIJuF Stellung.

DIJuF-Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Schutzes von Opfern häuslicher Gewalt, zur Stärkung der Stellung des Kindes im Verfahren und zur Steigerung der Verfahrenseffizienz vom 10.7.2026 

Quelle: Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V. (DIJuF) vom 13.07.2026

Redaktion: Lena Gabert