Rheinland-Pfalz

Eltern sind wichtige Partner*innen bei Vermittlung von Medienkompetenz

Rheinland-Pfalz startet 2026 die Videoplattform „Clemens hilft!“ für Eltern und Pädagog*innen zur Medienerziehung. Sie bietet Praxiswissen zu Chancen, Risiken und Prävention digitaler Mediennutzung. Flankiert von Onlineveranstaltungen.

24.07.2026

„Smartphone, Messenger, Games und Social Media gehören für Kinder und Jugendliche zum Alltag. Digitale Medien eröffnen Chancen, deshalb ist ihr Einsatz zu Lernzwecken im Unterricht sinnvoll und geboten“, betont Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig

„Doch Kitas und Schulen müssen Kinder und Jugendliche ebenso wirksam vor den Risiken schützen, die im virtuellen Raum lauern. Das gelingt am besten, wenn alle gut zusammenarbeiten. Bei der Medienerziehung nehmen insbesondere die Eltern eine wichtige Rolle ein. Mit der Videoplattform ‚Clemens hilft!‘ schaffen wir dafür in Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland ein leicht zugängliches und flächendeckendes Angebot. Es unterstützt Familien zu Hause und damit dort, wo viele der konkreten Herausforderungen rund um die Nutzung digitaler Medien entstehen – verständlich, praxisnah und jederzeit abrufbar.“

Zum Start des Schul- und Kindergartenjahres 2026/2027 stellt das Ministerium für Bildung „Clemens hilft!“ landesweit zur Verfügung. Zugang erhalten alle Eltern, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Sozialarbeiter*innen aller Schulen und Kitas in Rheinland-Pfalz sowie Referent*innen für Elternabende. Die Plattform umfasst rund 50 Videoinhalte sowie begleitende Materialien. Erklärt werden hier Grundlagen der Medienerziehung in frühen Entwicklungsphasen, Auswirkungen früher Mediennutzung, Social-Media-Plattformen, digitale Spielwelten, rechtliche Rahmenbedingungen, Medienabhängigkeit, psychosoziale Aspekte sowie Präventionsansätze und Möglichkeiten der Früherkennung. Flankierend zum Start finden landesweite Onlineveranstaltungen für Eltern sowie Multiplikator*innen statt. 

Clemens Beisel, Sozialpädagoge und Experte für altersangemessenen Umgang mit Smartphones, erklärt: 

„Viele Eltern wissen sehr genau, dass digitale Medien sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen. Was ihnen häufig fehlt, sind klare, alltagstaugliche Ansätze. Genau hier setzt die Plattform an: mit kurzen, verständlichen Videos, konkreten Empfehlungen und Materialien, die Familien unmittelbar nutzen können – ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit klarer Haltung.“

„Clemens hilft!“ ergänzt bewährte Maßnahmen wie „Stark im Netz“, „Medienscouts.rlp“ sowie „Medienkompetenz macht Schule“. „Rheinland-Pfalz handelt vorausschauend“, sagt Ministerin Dr. Eiling-Hütig. 

„Wir warten nicht ab, sondern stärken Eltern, Schulen und Kitas mit einem flächendeckenden Angebot, das unmittelbar und durchgängig nutzbar ist und von Anfang an unterstützt. Schutz, Befähigung und Teilhabe gehören dabei zusammen: Kinder und Jugendliche sollen digitale Medien sicher, reflektiert und selbstbestimmt nutzen können. Sich verantwortungsvoll in digitalen Räumen zu bewegen, ist heute ein ganz wichtiger Baustein der Demokratiebildung. Mit ‚Clemens hilft!‘ geben wir Eltern dafür ein starkes Werkzeug an die Hand.“

Landeselternbeirat: Digitalaufklärung von Kindern und Eltern gleichermaßen

Der Landeselternbeirat Rheinland-Pfalz (LEB) freut sich ebenfalls über das Programm „Clemens hilft!“ und die gemeinsame Idee, eine „Digitalaufklärung“ zusammen mit dem Ministerium für das gesamte Land zu realisieren. „Unsere Kinder brauchen in der digitalen Welt Orientierung und diese beginnt nicht erst in der Schule“, betont der Ausschusssprecher für Digitalisierung des LEB, Dr. Emmanuel Müller. „Medienerziehung gelingt am besten, wenn wir Kinder aber gleichzeitig auch Eltern über digitale Chancen und Risiken aufklären. Hierzu bieten wir jetzt auch der Elternschaft in Rheinland-Pfalz ein kostenloses Videoangebot für digitale Elternabende an.“

Quelle: Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz vom 26.03.2026

Redaktion: Lena Gabert