Gesundheitsförderung

Die WHO fordert Schulen weltweit dazu auf, eine gesunde Ernährung für Kinder zu fördern

Die WHO hat globale Leitlinien veröffentlicht, die Schulen dazu auffordern, eine gesunde Ernährung für Kinder zu fördern, um lebenslange Ernährungsgewohnheiten zu prägen und Krankheiten vorzubeugen. Angesichts der Zunahme von Übergewicht und Adipositas bei Kindern empfiehlt die WHO Standards für gesunde Schulverpflegung und Nudging-Maßnahmen.

09.03.2026

Gesunde Ernährung in Schulen kann Kindern dabei helfen, gesunde Ernährungsgewohnheiten für ihr ganzes Leben zu entwickeln. Zu diesem Schluss kommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die neue globale Leitlinien zu evidenzbasierten Strategien und Maßnahmen zur Schaffung eines gesunden Ernährungsumfelds in Schulen veröffentlicht hat. Zum ersten Mal empfiehlt die WHO den Ländern einen schulweiten Ansatz, der sicherstellt, dass die in Schulen angebotenen und im gesamten schulischen Umfeld verfügbaren Lebensmittel und Getränke gesund und nahrhaft sind.

Übergewicht und Adipositas bei Kindern nehmen weltweit zu, während Unterernährung nach wie vor ein anhaltendes Problem darstellt. Schulen stehen bei dieser doppelten Belastung durch Mangelernährung an vorderster Front. Im Jahr 2025 lebte weltweit etwa jedes zehnte Kind und jeder zehnte Jugendliche im schulpflichtigen Alter – 188 Millionen – mit Adipositas und übertraf damit erstmals die Zahl der untergewichtigen Kinder.

„Die Ernährung von Kindern in der Schule und das Umfeld, das ihre Ernährung prägt, können einen tiefgreifenden Einfluss auf ihr Lernen haben und lebenslange Folgen für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden haben“, sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. „Eine richtige Ernährung in der Schule ist entscheidend, um Krankheiten im späteren Leben vorzubeugen und gesündere Erwachsene hervorzubringen.“

Gesunde Ernährungsgewohnheiten beginnen früh im Leben. Kinder verbringen einen Großteil ihres Tages in der Schule, was diese zu einem entscheidenden Ort für die Prägung lebenslanger Ernährungsgewohnheiten und den Abbau von Ungleichheiten in Bezug auf Gesundheit und Ernährung macht.

Heute erhalten weltweit schätzungsweise 466 Millionen Kinder Schulmahlzeiten, doch gibt es nach wie vor nur begrenzte Informationen über die Ernährungsqualität der ihnen servierten Speisen.

In den Leitlinien empfiehlt die WHO, dass Schulen die Verpflegung in Schulen verbessern, um den Verzehr von Lebensmitteln und Getränken zu fördern, die eine gesunde Ernährung unterstützen. Konkret:

  • Festlegung von Standards oder Regeln, um die Verfügbarkeit, den Kauf und den Verzehr gesunder Lebensmittel und Getränke zu erhöhen und gleichzeitig ungesunde Lebensmittel zu begrenzen (dringende Empfehlung);
  • Durchführung von Nudging-Maßnahmen, um Kinder zu ermutigen, gesündere Lebensmittel und Getränke auszuwählen, zu kaufen und zu konsumieren (bedingte Empfehlung). Nudging-Maßnahmen können eine Änderung der Platzierung, Präsentation oder des Preises der für Kinder verfügbaren Lebensmitteloptionen umfassen.

Politische Maßnahmen allein reichen nicht aus, und Überwachungs- und Durchsetzungsmechanismen sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Leitlinien in den Schulen wirksam und konsequent umgesetzt werden. Laut der globalen Datenbank der WHO zur Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Ernährung und Lebensmittel (GIFNA) hatten im Oktober 2025 104 Mitgliedstaaten Richtlinien für gesunde Schulverpflegung, wobei fast drei Viertel davon verbindliche Kriterien für die Zusammensetzung der Schulverpflegung enthielten. Allerdings hatten nur 48 Länder Richtlinien, die die Vermarktung von Lebensmitteln mit hohem Zucker-, Salz- oder ungesunden Fettgehalt einschränken.

Die WHO hat eine vielfältige, multidisziplinäre Gruppe internationaler Expert*innen einberufen, um diese Leitlinie in einem strengen, transparenten und evidenzbasierten Verfahren zu entwickeln. Diese Arbeit bildet einen Eckpfeiler der umfassenderen Mission der WHO, ein gesundes Ernährungsumfeld zu schaffen, und wird im Rahmen globaler Initiativen wie dem WHO-Aktionsplan zur Bekämpfung von Adipositas und der Initiative für ernährungsfreundliche Schulen umgesetzt.  Die Leitlinie soll Maßnahmen auf lokaler und nationaler Ebene unterstützen, da subnationale und städtische Behörden eine Schlüsselrolle bei der Förderung und Umsetzung von Initiativen zur Schulverpflegung spielen.

Die WHO wird die Mitgliedstaaten durch technische Hilfe, Wissensaustausch und Zusammenarbeit bei der Anpassung und Umsetzung der Leitlinie unterstützen. Anlässlich der Veröffentlichung veranstaltet die WHO am 27. Januar 2026 (13:00–14:00 Uhr MEZ) ein globales Webinar. 

Aufzeichnung des Webinars ansehen 

Quelle: World Health Organization (WHO) vom 27.01.2026, übersetzt vom Englischen ins Deutsche durch die Redaktion 

Redaktion: Lena Gabert