Bildungsforschung

Caritas-Studie: Weniger Schulabgänger ohne Abschluss

Füler trägt negativen Trend in Diagramm an

Im dritten Jahr in Folge hat die Caritas deutschlandweit ausgewertet, wie viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen. Nach wie vor zeigen sich zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern deutliche Unterschiede in der Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss.

18.07.2014

So verlassen in Bayern 4,6 Prozent der Schüler die Schule ohne Abschluss, wogegen es in Sachsen-Anhalt rund 11 Prozent sind. Insgesamt sind jedoch die Quoten der Schulabgänger ohne Abschluss mit Ausnahme des Saarlands gesunken.

Auf Kreisebene ist die Entwicklung uneinheitlich: In 64 Prozent der Kreise sank die Quote, in 33 Prozent der Kreise stieg sie. Auf Kreisebene liegen die Quoten zwischen Ost- und Westdeutschland ebenfalls weit auseinander. So verlassen in Mainz nur 1,5 Prozent die Schule ohne Hauptschulabschluss, im Altmarkkreis Salzwedel dagegen 15,4 Prozent.

"Über 47.600 Jugendliche haben 2012 die Schule ohne einen Abschluss verlassen", kritisiert Caritas-Präsident Peter Neher angesichts aktueller Zahlen, die der Deutsche Caritasverband ausgewertet hat. Zwar sei die Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss von sechs Prozent im Jahr 2011 auf 5,6 Prozent im Jahr 2012 gesunken. "Dies zeigt zwar eine leichte Besserung. Doch jeder Jugendliche, der die Schule ohne einen Abschluss verlässt, ist einer zu viel", betont Neher. Einen Ausbildungsplatz und damit eine berufliche Perspektive zu finden sei ohne einen Schulabschluss für diese jungen Menschen kaum möglich.

Den größten Einfluss auf die Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss hat nicht wie häufig vermutet die finanzielle Situation einer Kommune. Entscheidend sind vielmehr der Anteil der Förderschüler und die Arbeitslosenquote. "Die Ergebnisse zeigen deutlich: Wenn vor Ort Politik, Schulen, Arbeitsämter und Wirtschaft kooperieren, schaffen mehr Schüler einen Abschluss. Mit einem Mix aus Schulsozialarbeit, frühen Hilfen, Berufsorientierung, Elternarbeit und Angeboten für schulmüde Jugendliche können wir Kinder effizient darin unterstützen, einen Schulabschluss zu erlangen", macht Neher deutlich.

Auf der interaktiven Deutschlandkarte sind die Werte zu allen Regionen und können mit anderen Kreisen und den Vorjahren verglichen werden:
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Quelle: Deutscher Caritasverband vom 14.07.2014

Redaktion: Anneli Starzinger

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