USA
BVKJ warnt vor unwissenschaftlicher Beeinflussung von Impfempfehlungen
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) äußert große Besorgnis über die jüngsten Entwicklungen in den USA, wo die Zahl der empfohlenen Kinderimpfungen drastisch reduziert werden soll. Der Verband betont nachdrücklich: der unwissenschaftliche Angriff auf Schutzimpfungen gefährdet die Gesundheit von Kindern über die USA hinaus.
29.01.2026
Das US-Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche bekannt gegeben, die Zahl der empfohlenen Schutzimpfungen für Kinder von bislang 17 auf 11 reduzieren zu wollen. Nach Überzeugung des BVKJ handelt es sich dabei um eine Entscheidung, die wissenschaftlich teilweise nicht zu begründen ist.
Dr. Michael Hubmann, Präsident des BVKJ, betont:
„Wir beobachten mit großer Sorge, dass politische Entscheidungen zunehmend in medizinische Empfehlungen eingreifen. Impfungen dürfen nicht nach politischen Mehrheiten bewertet werden, sondern nach evidenzbasierten Kriterien, die über Jahrzehnte hinweg Krankheiten verhindert und Leben gerettet haben. Jede Streichung von empfohlenen Impfungen gefährdet die Gesundheit von Kindern sowie die öffentliche Gesundheit insgesamt.“
Der Berufsverband warnt ausdrücklich davor, wissenschaftlich fundierte Impfempfehlungen ohne medizinische Grundlage infrage zu stellen oder zurückzunehmen. „Solche Entscheidungen können weitreichende Folgen haben“, so Hubmann weiter. „Infektionskrankheiten machen nicht an Landesgrenzen halt. Sinkende Impfquoten in einem Land können langfristig auch andere Regionen betreffen – auch Europa und Deutschland.“
ECPCP veröffentlicht Statement zu geändertem Impfplan in den USA
Auch die European Conferderation of Primary Care Pediatricians (ECPCP) hat in einem jüngst veröffentlichtem Statement große Sorge über die Änderung der US-amerikanischen Empfehlungen zur Kinderimpfung geäußert. Sie betont, dass universelle Impfprogramme auf jahrzehntelanger wissenschaftlicher Evidenz beruhen, entscheidend für hohe Durchimpfungsraten sind, Krankheitsausbrüche verhindern, gesundheitliche Ungleichheiten reduzieren und Vertrauen in Gesundheitssysteme stärken. Selektive Impfstrategien seien schwerer umzusetzen, verstärkten soziale Ungleichheiten und gefährdeten insbesondere vulnerable Kinder. Aus kinderrechtlicher Sicht sei Impfen ein zentrales Instrument von Solidarität und Gerechtigkeit; eine Abkehr davon stelle einen Rückschritt in der Prävention dar.
Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) vom 12.02.2026
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