Bildungsforschung

BIBB-Präsident Esser: Duale Berufsausbildung hat ein positives Image

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat im Herbst 2012 unter mehr als 1.200 Berufsbildungsfachleuten eine Befragung zum Image der dualen Berufsausbildung durchgeführt und veröffentlicht nun die Ergebnisse.

22.02.2013

"Obwohl immer mehr junge Leute nach Beendigung der allgemeinbildenden Schule an die Universitäten und Fachhochschulen drängen und Betriebe zunehmend Schwierigkeiten haben, die von ihnen angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen, genießt die duale Berufsausbildung in Deutschland einen guten Ruf." So kommentiert der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser, die Ergebnisse einer Umfrage, die das BIBB im Herbst 2012 unter mehr als 1.200 Berufsbildungsfachleuten durchgeführt hat. Danach halten knapp 70 % der befragten Expertinnen und Experten das Image der dualen Berufsausbildung für überwiegend positiv; weitere rund 23 % schätzen es sogar als sehr positiv ein.

Auch wenn die Befragten der dualen Berufsausbildung insgesamt ein positives Image bescheinigen, heißt das nicht, die Hände in den Schoß zu legen, betont Esser. Attraktivitätssteigernde Maßnahmen seien auch in Zukunft erforderlich, um Jugendliche für eine duale Berufsausbildung zu gewinnen.
Unter möglichen strukturellen Maßnahmen erachten die Fachleute insbesondere den weiteren Ausbau der Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen für besonders erfolgversprechend. Rund 86 % erwarten hiervon einen positiven Einfluss auf das Image, das Jugendliche von der dualen Berufsausbildung haben. Positive Effekte werden auch von einer Erhöhung des Praxisanteils in der Ausbildung erwartet. Von einer Verringerung der Zahl der Ausbildungsberufe sowie einer generellen Verkürzung der Ausbildungsdauer versprechen sich hingegen nur vergleichsweise wenige Fachleute positive Effekte.

Weitere geeignete Ansatzpunkte zur Imageförderung sehen die Expertinnen und Experten in einer Erweiterung des Angebots bei den Zusatzqualifikationen sowie einer stärkeren Professionalisierung des ausbildenden Personals. 88 % beziehungsweise 84 % meinen, dass das Image der dualen Berufsausbildung hierdurch positiv beeinflusst würde. Ähnlich positive Effekte werden von den Fachleuten von einer Anhebung der Ausbildungsvergütung, einer besseren Abstimmung der Lehrpläne von Berufsschulen und Betrieben sowie von einer intensiveren persönlichen Begleitung der Auszubildenden - zum Beispiel durch Mentoren - erwartet.
 
Gezielten Kampagnen, die auf eine Verbesserung des Images der dualen Berufsausbildung abzielen, steht die Mehrheit der Befragten aufgeschlossen gegenüber. Jeweils mehr als die Hälfte ist der Auffassung, dass mit solchen Imagekampagnen einerseits leistungsstarke Jugendliche für eine duale Berufsausbildung gewonnen werden könnten sowie andererseits das Interesse von Jugendlichen für Ausbildungsberufe geweckt werden kann, die diese ansonsten nicht in Betracht ziehen würden. Allerdings lässt die Befragung auch die Risiken solcher Imagekampagnen deutlich werden: Mehr als 60 % der Expertinnen und Experten sehen hier eine mögliche Gefahr, dass bei den Jugendlichen Erwartungen geweckt werden könnten, die anschließend von den Betrieben nicht erfüllt werden können.

Den vollständigen Text der Studie erhalten Sie im Internetangebot des BIBB unter <link http: www.expertenmonitor.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.expertenmonitor.de
 
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, Pressemitteilung 06/2013 vom 21.02.2013

Redaktion: Anneli Starzinger

Back to Top