Förderung der Erziehung in der Familie

BEV fordert diskriminierungsfreie Erziehungskurse für Eltern

Grafische Darstellung einer Vortragssituation vor einer Gruppe

In einer Petition an den Landtag fordert der Bayerische Elternverband (BEV) Erziehungskurse für alle bayerischen Eltern vor der Geburt ihres ersten Kindes. Die vorgeschlagenen Kurse unterscheiden sich von den "Frühen Hilfen" der Sozialministerien: Sie unterstützen alle Eltern, nicht nur diejenigen, die der Staat als hilfsbedürftig definiert.

07.05.2013

Laut BEV bringen immer mehr Kinder in Kita und Schule nicht die erforderliche Grunderziehung mit. Das sei keine "Schuld" der Eltern, sondern habe mehrere Ursachen: Erziehungswissen ginge verloren, weil viele junge Eltern niemanden haben, den sie fragen können. Erziehung in der Art, wie man selbst erzogen wurde, wirke nicht mehr, denn die Gesellschaft habe sich verändert. Menschen aus anderen Kulturen kennen die unausgesprochenen kulturellen Grundregeln in Deutschland nicht. Die Erziehungsziele haben sich geändert - z. B. selbstbewusst und kreativ statt gehorsam und fleißig -, die Methoden sind noch nicht angepasst.

Der BEV hat prominente Fürsprecher für sein Konzept ELFE (Eltern lernen früh erziehen). Dr. Karl-Heinz Brisch, der am Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München mit SAFE bereits Elternkurse anbietet, sagt: "Die Entwicklung einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind ist eine großartige Grundlage für eine gesunde körperliche, psychische und soziale Entwicklung eines Kindes. Wir sollten daher alle Anstrengungen unternehmen, Eltern und Kinder in ihren ganz frühen Entwicklungsphasen so gut zu unterstützen, dass dieser wichtige Entwicklungsschritt bestmöglich gelingen kann."

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands Klaus Wenzel sieht den wachsenden Bedarf für Unterstützung bei der Erziehung: "In unseren Schulen haben wir immer mehr Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten. Zahlreiche Ursachen führen dazu, dass viele Schülerinnen und Schüler orientierungslos sind und Beziehungsprobleme haben. Gelegentlich liegt es auch an überforderten Eltern. Deswegen sind wir froh, dass mit dem Projekt ELFE eine wertvolle Hilfe angeboten wird. Der BLLV wird diese Projekt nach Kräften unterstützen".

Die Ausgaben für ELFE betragen nach Berechnungen des BEV ca. 0,5 Prozent der derzeitigen Ausgaben für Jugendhilfe. "Wir gehen davon aus, dass sich mit erfolgreicher Erziehung das Mehrfache an Jugendhilfekosten einsparen lässt", sagt Maria Lampl. "ELFE-Kurse müssen für werdende Eltern genauso zum guten Ton gehören wie für Hundebesitzer der Kurs in der Hundeschule."

Die Petition und das Konzept ELFE ist einzusehen unter: <link http: elternbayern.jimdo.com neu-elfe external-link-new-window external link in new>elternbayern.jimdo.com/elfe

Quelle: Bayerisches Elternverband e.V. vom 03.05.2013

Redaktion: Kerstin Boller

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