Jugendbeteiligung

Austausch mit Verteidigungsminister Boris Pistorius

Die Deutsche Sportjugend (dsj) hat sich mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius über den Gesetzentwurf zur Stärkung der Reserve ausgetauscht. Sie betont, dass junge Menschen bei sicherheitspolitischen Vorhaben beteiligt und ihre Lebensrealitäten berücksichtigt werden müssen. Zudem fordert die dsj, freiwilliges Engagement und den organisierten Sport als wichtige Säulen für Demokratie zu stärken.

18.08.2026

Auf Einladung von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius fand am 9. Juli 2026 ein Austausch zwischen dem Minister, der Deutschen Sportjugend und dem Deutschen Bundesjugendring im Bundesministerium der Verteidigung statt. Im Mittelpunkt stand der Gesetzentwurf zur Stärkung der Reserve.

Die Deutsche Sportjugend (dsj) hat sich in die jugendpolitische Debatte zum geplanten Reservestärkungsgesetz eingebracht und dabei insbesondere die Frage in den Mittelpunkt gestellt, ob die vorgesehenen Regelungen zur Lebensrealität junger Menschen passen. Aus Sicht der dsj müssen alle politischen Vorhaben, die junge Menschen unmittelbar betreffen, deren Bildungswege, Übergänge, Engagementformen und individuelle Lebensplanung ernst nehmen. Junge Menschen müssen als eigenständige Akteur*innen mit Rechten, Perspektiven und Gestaltungsansprüchen beteiligt werden. Vor diesem Hintergrund hat die 2. Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Kiki Hasenpusch, die Einladung in das Bundesverteidigungsministerium ausdrücklich begrüßt und den Austausch auf Augenhöhe sehr positiv eingeordnet.

In diesem Sinne unterstrich die dsj im Gespräch, dass gesellschaftliche Resilienz und Demokratieförderung nicht allein sicherheitspolitisch gedacht werden können. Der organisierte Sport ist mit seinen Vereinen, Verbänden und Jugendstrukturen ein zentraler Partner, wenn es darum geht, junge Menschen zu stärken, Beteiligung erfahrbar zu machen und demokratische Haltung im Alltag zu fördern. Sport schafft Orte der Begegnung, der Verantwortungsübernahme und des sozialen Lernens – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu Zusammenhalt, Krisenfestigkeit und einer lebendigen Demokratie.

Dr. Jaana Eichhorn, Ressortleiterin für junges Engagement, hob insbesondere die Bedeutung der Freiwilligendienste im Sport hervor. FSJ und BFD ermöglichen jungen Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu Engagement, Orientierung und Qualifizierung. Sie stärken Selbstwirksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und demokratische Kompetenzen und unterstützen zugleich Sportvereine und -verbände in ihrer wichtigen Arbeit vor Ort. Kiki Hasenpusch plädierte dafür, die Bereitschaft junger Menschen für ein Engagement – ob für einen Freiwilligendienst, ein langfristiges Engagement im Sport oder für einen Wehrdienst – ernst zu nehmen und zu fördern.

Für die dsj bleibt zentral: Wer über Resilienz, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt spricht, muss junge Menschen beteiligen, ihre Lebensrealitäten berücksichtigen und die bestehenden zivilgesellschaftlichen Strukturen stärken – insbesondere dort, wo junge Menschen bereits heute Verantwortung übernehmen: im freiwilligen Engagement und im Sport.

Quelle: Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund e.V. (DOSB) vom 13.07.2026

Redaktion: Adrian Halle