Maker Education in Hamburg

Aus einer Idee etwas Greifbares machen

Die Tagung #dms26 „Making it matter“ widmet sich der Maker Education, bei der Lernende durch praktisches Gestalten Selbstwirksamkeit erfahren. In Hamburg nutzen 49 Schulen Makerhubs, um kreative Projekte mit analogen und digitalen Werkzeugen umzusetzen. Der Ansatz verbindet Kreativität, Problemlösung und nachhaltiges Denken.

29.09.2026

Mit den eigenen Händen Dinge gestalten, Ideen ausprobieren und gemeinsam Lösungen für konkrete Probleme entwickeln: Darum geht es bei Maker Education. Bei der diesjährigen Tagung #dms26 „Making it matter“ steht dieser Ansatz im Mittelpunkt. Rund 170 Lehrkräfte aus Grundschulen und weiterführenden Schulen sowie pädagogische Fachkräfte aus dem Ganztag kamen am 18.09.2026 an der Stadtteilschule Niendorf zusammen, um die Making-Methode selbst auszuprobieren, Erfahrungen auszutauschen und sich mit anderen Schulen und Akteur*innen aus der Maker-Community zu vernetzen.

Bildungssenatorin Ksenija Bekeris:

„Wenn Kinder in einem Makerhub aus einer eigenen Idee etwas Greifbares machen, erfahren sie, dass sie selbst etwas bewirken können. Das stärkt ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Mir ist wichtig, dass jedes Kind in Hamburg solche Erfahrungen machen kann, unabhängig davon, welche Möglichkeiten ihm außerhalb der Schule offenstehen. Die #dms26 macht sichtbar, was an unseren Schulen bereits gelingt, und bringt die Menschen zusammen, die ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen.“

Making verbindet kreatives und praktisches Arbeiten mit analogen und digitalen Werkzeugen. Lernende können eigene Ideen entwickeln, umsetzen und dabei unmittelbar erfahren, dass sie selbst etwas bewirken können. Diese Selbstwirksamkeit stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und macht Mut, Neues auszuprobieren. Bei #dms26 reicht das Spektrum von Programmieren und Robotik über 3D-Druck und digitale Konstruktion bis zu Podcast, Musik, Creative Gaming und technikfreien Formen des Making.

Von „Digital macht Schule“ zu „Making it matter“

#dms steht für „Digital macht Schule“, das Format gibt es seit 2021. Damals trafen sich rund 1.000 Lehrkräfte aus Hamburger Schulen, um sich über Schulentwicklung mit dem Schwerpunkt digitale Transformation auszutauschen. Seitdem greift das Format aktuelle Entwicklungen auf, nimmt kommende Herausforderungen in den Blick und schafft Räume für Austausch und Vernetzung. Das Leitmotiv lautet: „Voneinander wissen, voneinander lernen.“ Bei #dms24 stand beispielsweise die Frage im Mittelpunkt, wie Künstliche Intelligenz Schule verändert.

Inzwischen ist Digitalität in weiten Teilen der Gesellschaft selbstverständlich geworden. Damit stellt sich zunehmend die Frage, wie Lernende auf eine postdigitale Gesellschaft vorbereitet werden können, mit ihren neuen Möglichkeiten ebenso wie mit ihren Herausforderungen. #dms26 richtet den Blick in diesem Jahr deshalb auf Maker Education.

Making verbindet Kreativität und nachhaltiges Denken

Maker Education lässt sich mit den drei Leitperspektiven der Hamburger Bildungspläne verbinden. Besonders vielfältige Möglichkeiten ergeben sich aus der Verbindung von Making mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Nachhaltige Themen können praktisch erfahrbar werden, etwa beim Upcycling von Materialien, bei der Entwicklung umweltfreundlicher Lösungen oder beim gemeinsamen Tüfteln an gesellschaftlichen Herausforderungen. Kreativität, Problemlösekompetenz und nachhaltiges Denken werden so miteinander verbunden.

Gerade im schulischen Ganztag bietet Making Möglichkeiten, unterschiedliche Interessen und Stärken von Kindern und Jugendlichen aufzugreifen und ihnen praktische Zugänge zu Lernen und Gestalten zu eröffnen. Der Ansatz kann damit auch einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten.

49 Schulen arbeiten mit Makerhubs

In Hamburg sind 49 Schulen Teil des Makerhub-Projekts. Ein Makerhub – bundesweit auch bekannt unter dem Begriff Makerspace − ist ein schulischer Lernraum, in dem Kinder und Jugendliche eigene Projekte umsetzen und mit unterschiedlichen analogen und digitalen Werkzeugen arbeiten können. Im Mittelpunkt steht nicht das Erlernen einzelner Techniken, sondern das eigenständige Entwickeln, Ausprobieren und Tüfteln an eigenen Ideen und Lösungen. Der Makerhub der Schule Stockflethweg beispielsweise ist als Forscherraum für eigene Projekte angelegt und legt einen Schwerpunkt auf digitale Projekte. Wer keinen Raum zur Verfügung hat, arbeitet mit mobilen Elementen, dem Makerhub-to-go.

Das Hamburger Makerhub-Projekt unterstützt Schulen dabei, Making als Teil ihrer Lern- und Schulkultur weiterzuentwickeln. Die Schulen setzen dabei eigene Schwerpunkte und Konzepte. Neben den Makerhub-Schulen gibt es zahlreiche weitere Hamburger Schulen, die Making bereits im Unterricht, in Projekten oder im Ganztag einsetzen.

#dms26 macht diese Aktivitäten sichtbar und bringt die Schulen miteinander ins Gespräch. In den Workshops können die Teilnehmenden praktische Erfahrungen sammeln, konkrete Einsatzmöglichkeiten für Unterricht und Ganztag kennenlernen und sich darüber austauschen, wie Making an der eigenen Schule weiterentwickelt werden kann. Auch außerschulische Akteur*innen aus dem Bereich Maker Education, darunter die Körber-Stiftung, sind beteiligt. Kooperationspartner*innen von #dms26 ist in diesem Jahr die Code Week Hamburg. Mit der Veranstaltung setzt #dms26 die Idee fort, die das Format seit seinem Start begleitet: Schulen wissen voneinander, teilen Erfahrungen und entwickeln gemeinsam neue Ideen für die zukunftsfähige Schule von morgen.

Quelle: Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung Hamburg vom 18.09.2026 

Redaktion: Adrian Halle