Bayern

Antifeminismus betrifft uns alle

Die Kommission Mädchen- und Frauenarbeit des Bayerischen Jugendrings (BJR) feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Sie fördert die Gleichstellung der Geschlechter und bekämpft Antifeminismus, der als gesellschaftliches Problem und Bedrohung für den demokratischen Zusammenhalt angesehen wird. Der BJR fordert mehr Schutz für Mädchen und Frauen und unterstützt Netzwerke.

10.02.2026

Morgen feiert die Kommission Mädchen- und Frauenarbeit des Bayerischen Jugendrings (BJR) ihr 30-jähriges Bestehen. Kernaufgabe der Kommission ist eine Politik für alle Mädchen und jungen Frauen, egal, welchen sozialen, familiären, kulturellen oder religiösen Hintergrund sie haben oder wie sie ihre Identität als Mädchen und Frau verstehen und leben.

In den 30 Jahren ihres Bestehens hat die Kommission eine vielgestaltige Lobbyarbeit für Mädchen und junge Frauen geleistet, zahlreiche Fachtage veranstaltet und 150 Mal getagt. Wegweisende Beschlüsse zur Geschlechtergerechtigkeit des Bayerischen Jugendrings sind auf Antrag der Kommission gefasst worden, wie zuletzt ein Beschluss zu Antifeminismus.

Der deutlich wahrnehmbare Anstieg antifeministischer Einstellungen stellt nach Auffassung des BJR ein ernstes gesellschaftliches Problem dar und gefährdet Fortschritte hin zu Gleichberechtigung und demokratischem Zusammenhalt. Im rechtsextremen Spektrum und in anderen radikalisierten Milieus ist Antifeminismus zu einem zentralen Element der Mobilisierung und der Schwächung des gesellschaftlichen Miteinanders geworden. Dabei handelt es sich nicht um ein Randproblem. Antifeminismus zeigt sich in vielen Strukturen und Entscheidungen in der Mitte der Gesellschaft.

Der BJR begreift seinen Einsatz gegen Antifeminismus deshalb als zentralen Bestandteil seines demokratischen Engagements und als wichtiges Element zur Demokratiebildung und -stärkung. Dies hat die Vollversammlung des BJR zuletzt mit einem Beschluss im Oktober 2025 deutlich gemacht. Im Einsatz gegen Antifeminismus sind nach Überzeugung des BJR Netzwerke wie die der Kommission Mädchen- und Frauenarbeit unerlässlich und müssen kontinuierlich unterstützt und auf allen politischen Ebenen gefördert werden.

Mit der Zunahme von antifeministischen Einstellungen mehren sich auch Gewaltverbrechen gegen Mädchen und Frauen, bis hin zum Femizid. Wie im BJR-Vollversammlungsbeschluss festgehalten, betrachtet der BJR die steigende Zahl von Femiziden und die große Zahl von gewaltbedrohten jungen Frauen und Mädchen mit größter Besorgnis und fordert, dass mehr Ressourcen in den Schutz von Mädchen und Frauen investiert werden.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Kommission Mädchen- und Frauenarbeit unterstreicht BJR-Präsident Philipp Seitz:

„Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein wichtiges Querschnittsthema der Jugendarbeit und kein 'Nice to have'. Das zeigen aktuelle Entwicklungen in unserem Land und weltweit, mit antifeministischen Tendenzen, steigenden Gewaltzahlen und Femiziden. Die Arbeit der Kommission Mädchen- und Frauenarbeit ist deshalb heute wichtiger denn je. In Zeiten, in denen Geschlechtergerechtigkeit häufig als ‚erreicht‘ dargestellt wird und frauenfeindliche Positionen immer lauter werden, sind Netzwerke wie die der Kommission Mädchen- und Frauenarbeit essenziell für das Engagement des Bayerischen Jugendrings.“

Die Kommission begleitet und berät den BJR und dessen Gremien bei der Gleichstellung von Mädchen und Frauen und bei der Förderung von Mädchenarbeit und geschlechterreflektierter Jugendarbeit. Sie setzt sich zusammen aus Fachfrauen von Jugendverbänden und Jugendringen, der kommunalen und offenen Jugendarbeit sowie aus Vertreterinnen regionaler Netzwerke.

Weitere aktuelle Schwerpunktthemen der Kommission Mädchen- und Frauenarbeit sind die psychische Gesundheit von Mädchen sowie Mädchen und Medien. 2025 startete die Kommission die Kampagne „Regelgerecht: Kein Luxus – Kein Tabu“, die sich bayernweit für kostenlose Menstruationsprodukte und die Enttabuisierung der Menstruation einsetzt.

„Der Bayerische Jugendring schätzt die Kommission Mädchen- und Frauenarbeit als zuverlässige Partnerin, die den BJR qualifiziert inhaltlich begleitet und ihm entscheidende Impulse gibt. 30 Jahre Kommission stehen für 30 Jahre Netzwerk-Mädchenarbeit, 30 Jahre Lobbyarbeit für Mädchen und junge Frauen und für 30 Jahre Empowerment. In diesem Sinne gratuliere ich sehr herzlich und danke allen bisherigen und aktuellen Mitgliedern für ihren Einsatz für Mädchen und junge Frauen“,

 so BJR-Präsident Philipp Seitz abschließend.

Quelle: Bayerischer Jugendring vom 20.01.2026

Redaktion: Klara Neumann