Spielzeugforschungs-Konferenz in Augsburg
Wie KI, Nachhaltigkeit und Pädagogik das Spielzeug verändern
Die 10. ITRA-Weltkonferenz in Augsburg diskutierte KI, Nachhaltigkeit und Pädagogik im Spielzeug. 130 Teilnehmende aus 30 Ländern behandelten digitale und analoge Spielformen sowie deren gesellschaftliche Rolle.
26.08.2026
Vom 5. bis 7. August 2026 fanden an der Universität Augsburg die 10. International Toy Research Association World Conference statt. Der Titel der Konferenz lautete „The Zeitgeist in Toys & Games“. Der Augsburger Spielzeugforscher Dr. Volker Mehringer berichtet im Interview über die Konferenz und aktuelle Themen des Forschungsbereichs – von Pädagogik bis zur Künstlichen Intelligenz.
Gibt es bestimmte Themen, die aktuell in der Fachwelt besonders stark diskutiert werden?
Mehringer: Es gibt einige „Dauerbrenner“ wie grundsätzliche spielpädagogische Fragen: Wie hängt Spielzeug mit Lernen und Entwicklung zusammen? Wie kann man Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch Spielzeug fördern? Eine wichtige aktuelle Frage ist: Wie geht man mit digitalem Spielzeug um? Zusätzlich wird es Präsentationen geben, die ausloten, inwieweit der Einsatz von KI sinnvoll ist – und ob es auch problematisch sein kann, KI in Spiele hineinzubringen. Nachhaltigkeit wird ebenfalls ein großes Thema sein. Wir erwarten außerdem viele Spiele-Designer vor Ort, die sich mit der Frage auseinandersetzen, was gut designtes Spielzeug eigentlich ist.
Haben Sie selbst ein bestimmtes Lieblingsspiel?
Mehringer: Sogar ziemlich viele! Auf den vorderen Rängen findet sich das Spiel „Flügelschlag“, bei dem man Habitate für Vögel bauen muss. Das Spiel ist spannend, aber auch nicht zu stressig, und man lernt ganz nebenbei sehr viel über die Vogelwelt.
Wer kommt zur 10. ITRA-Weltkonferenz in Augsburg?
Dr. Volker Mehringer: Am meisten freue ich mich darauf, viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Es ist inzwischen die dritte Tagung, an der ich teilnehme. Wir erwarten 130 Leute aus über 30 Ländern, darunter Sri Lanka, Neuseeland, Indien sowie Süd- und Nordamerika. Ich freue mich darauf, mit ihnen in den Austausch zu kommen. Letztlich ist die Wahl des Tagungsortes doch die logische Konsequenz: Die vorletzte Tagung fand in Paris statt, die letzte in der Nähe von New York – da passt es, dass wir uns diesmal in Augsburg treffen.
Zur Person:
Dr. Volker Mehringer forscht seit 2007 an der Universität Augsburg – seine Schwerpunkte liegen in der Spielzeug- und Spielforschung sowie in der Spielpädagogik. Zudem befasst er sich mit Empirische und Interkulturelle Bildungsforschung sowie Evaluationsforschung.
Über die Konferenz:
Die 10. World Conference der International Toy Research Association (ITRA) widmet sich unter dem Titel „The Zeitgeist in Toys & Games“ der Frage, wie Spielzeug und Spiele gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln und zugleich mitgestalten. Fachleute aus Forschung, Museen, Archiven, Pädagogik, Design und Spielzeugpraxis diskutieren historische, gegenwärtige und zukünftige Perspektiven auf analoge, digitale und hybride Spielformen. Zu den Themen gehören unter anderem Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit, Lernen und Entwicklung, Inklusion, kulturelle Identität, Design sowie die gesellschaftliche Verantwortung von Spielzeug und Spiel.
Quelle: Universität Augsburg vom 04.08.2026
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