Baden-Württemberg
Stiftung Kinderland verleiht Lehrer:innenpreis 2022 für mehr Nachhaltigkeit an Schulen
Die Stiftung Kinderland hat den Lehrerpreis 2022 an Lehrkräfte verliehen, die sich in besonderem Maße für Nachhaltigkeit an ihren Schulen einsetzten. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro kommt den Schulen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung zugute.
09.08.2022
Der Lehrerpreis der Stiftung Kinderland würdigt 2022 zum vierten Mal herausragende Leistungen und besonderes Engagement im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Fünf Lehrerinnen und Lehrer aus Baden-Württemberg wurden ausgewählt und heute, am 28. Juli 2022, für ihr vorbildliches Engagement auf dem Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung in Heilbronn ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen und Preisträger sind Ilka Friedrich und Tobias Bubeck vom Faust-Gymnasium in Staufen, Dominik Oebel von der Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule in Karlsruhe sowie das gesamte Lehrerteam der Grundschule Täferrot, namentlich vertreten durch Petra Travnicek und Michaela Waibel. Der Lehrerpreis der Stiftung Kinderland wird in Kooperation mit der Dieter Schwarz Stiftung und dem Science Center experimenta verliehen. Die experimenta, Deutschlands größtes Science Center, lädt alle Preisträgerinnen und Preisträger ein, die naturwissenschaftliche Wissens- und Erlebniswelt in Heilbronn mit ihren Schulklassen zu besuchen.
Auf der Preisverleihung lobte Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper den besonderen Einsatz der Lehrkräfte:
„Durch den Lehrerpreis wird das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer gewürdigt, die ihren Schülerinnen und Schülern den Stellenwert von sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit durch Bildungsangebote vermitteln, die zum Nachdenken und Handeln anregen und zudem Freude bereiten. Dieses Engagement geht weit über den Lehrplan hinaus. Es ist wichtig, dass wir unserem Nachwuchs von klein auf zeigen, was es bedeutet, verantwortungsbewusst mit den endlichen Ressourcen umzugehen. Ich bin dankbar, dass sich so viele Lehrerinnen und Lehrer diesem Thema annehmen.“
Gemeinsam eine gerechte und lebenswerte Zukunft gestalten
Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung betonte:
„Ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Mitmenschen und der Welt, in der wir leben, war nie so wichtig wie heute. Die Gestaltung einer lebenswerten und gerechten Zukunft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, das sehen wir in diesen Tagen besonders deutlich. Deshalb müssen wir schon bei den Kleinsten beginnen, sie für nachhaltiges Denken und Handeln zu begeistern. Den Lehrerinnen und Lehrern, die wir heute mit dem Lehrerpreis auszeichnen, ist das auf beeindruckende Weise gelungen.“
Anerkennung für die Energie und Leidenschaft der Lehrkräfte gab es auch von Silke Lohmiller, der Geschäftsführerin der Dieter Schwarz Stiftung:
„Mit dem Lehrerpreis honorieren wir das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer, die ihren Schülerinnen und Schülern die Bedeutung von Nachhaltigkeit in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen vermitteln – und damit verbunden Werte wie Weltoffenheit, Solidarität und Verantwortung.“
Junge Menschen übernehmen Verantwortung
Mit ihrer Initiative faust.for.future fördern Ilka Friedrich und Tobias Bubeck am Faust-Gymnasium in Staufen Engagement und Verantwortungsbereitschaft junger Menschen. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei in einer eigens ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft mit Problemen und Herausforderungen in ihrem unmittelbaren Umfeld umzugehen; die Jugendlichen sollen lernen, informierte Entscheidungen zu treffen und für den Schutz der Umwelt Verantwortung zu übernehmen – etwa durch eine verbesserte Mülltrennung in der Schule oder den Bau eines Schulgartens. Ein zentrales Ziel der AG ist ein klimaneutrales Faust-Gymnasium in Staufen. Eine kurze filmische Vorstellung des Projekts gibt es auf YouTube.
Neues Unterrichtsfach „Nachhaltigkeit“
Dominik Oebel von der Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule Karlsruhe initiierte das neue Schulfach "TheA", das für „themenorientiertes Arbeiten“ steht. Anders als im konventionellen Fachunterricht, in dem die Bildung für nachhaltige Entwicklung oft nur gestreift wird, nimmt „TheA“ Nachhaltigkeitsthemen als Ausgangspunkt des Unterrichts. Mit unterschiedlichen Projekten werden den Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven auf das Thema Nachhaltigkeit eröffnet – etwa bei der Arbeit in Schulbeeten oder der Herstellung von Honig. Fächergrenzen werden dabei aufgelöst, um in jeder Woche einen ganzen Vormittag lang interdisziplinären Projektunterricht zu ermöglichen. Eine kurze filmische Vorstellung des Projekts gibt es auf YouTube.
Schuleigener Bauernhof
Das gesamte Lehrerteam der Grundschule Täferrot betreibt mit allen Schülerinnen und Schülern einen eigenen Bauernhof. Die Verantwortung für die Tiere und Pflanzen bestimmt das Curriculum und schafft täglich praxisbezogene Lerngelegenheiten. Die Kinder kümmern sich etwa um Schafe, Hühner, Kaninchen und Bienen, pflegen Beete, pflanzen Bäume und verarbeiten das selbstangebaute Obst und Gemüse weiter. Der Schulbauernhof wird von den Schülerinnen und Schülern nicht nur während der Schulzeit, sondern auch an den Wochenenden und in den Ferien betreut. Eine kurze filmische Vorstellung des Projekts gibt es auf YouTube.
Der Lehrerpreis der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg
Die Auszeichnung richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer der Klassenstufen 3 bis 6 in Baden-Württemberg, die sich in besonderem Maße im Bereich BNE engagieren, also ihren Schülerinnen und Schülern durch aktivierende Bildungsangebote den Stellenwert von sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit vermitteln. Dies kann beispielsweise durch die inhaltliche und didaktische Gestaltung des Unterrichts geschehen, aber auch durch die Gestaltung der Lernumgebung oder durch außerschulische Aktivitäten in Projekten. Die Lehrkräfte können ab Herbst 2022 von den Schulleiterinnen und Schulleitern sowie vom Kollegium für den Lehrerpreis 2023 vorgeschlagen werden. Über die Vergabe entscheidet ein fachlich besetztes Expertengremium.
Stiftungsprofile
Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.
Die Stiftung Kinderland, eine Unterstiftung der Baden-Württemberg Stiftung, ist dort aktiv, wo Kinder und Familien Hilfe und Unterstützung benötigen. Sie setzt sich für die Stärkung von Familien und die Schaffung familienfreundlicher Strukturen ein. Kinder sollen optimale Entwicklungschancen erhalten. Denn wer in Kinder investiert, investiert in die Zukunft unseres Landes.
Quelle: Baden-Württemberg Stiftung vom 28.07.2022
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