Schwimmen lernen
Schwimmen retten – Nachwuchs sichern
Eine Petition der Wassersportjugenden fordert die bundesweite Förderung des Schwimmenlernens, da weniger als 40% der Kinder in Deutschland nach der Grundschule sicher schwimmen können. Gefordert werden finanzielle Entlastungen, verbindlicher Schwimmunterricht, ein Kompetenzzentrum für Schulschwimmen und der sichere Zugang zu Gewässern.
12.02.2026
Weniger als 40% der Kinder in Deutschland können nach Abschluss der Grundschule sicher schwimmen. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur die Sicherheit junger Menschen, sondern auch die Zukunft des Breiten- und Leistungssports in allen Wassersportdisziplinen. Vor diesem Hintergrund haben Jugendorganisationen der deutschen wassersporttreibenden Spitzenverbände die Petition „Deutschland zum Land der sicheren Schwimmer*innen machen“ gestartet.
Die Petition fordert umfassende strukturelle und finanzielle Maßnahmen, um Kindern und Jugendlichen bundesweit einen verlässlichen Zugang zum Schwimmen zu ermöglichen. Ziel ist es, die Schwimmfähigkeit nachhaltig zu stärken, Schwimmbäder zu sichern und die Rahmenbedingungen für Schulen, Vereine und Ehrenamtliche deutlich zu verbessern.
Defizitäre Lage bei Infrastruktur und Ausbildung
Die Bedeutung des Schwimmens steht im starken Kontrast zur aktuellen Situation. Ein erheblicher Sanierungsstau und zahlreiche Bäderschließungen führen dazu, dass in vielen Regionen funktionsfähige Schwimmbäder, ausreichende Wasserzeiten und bezahlbare Angebote fehlen. Hinzu kommt ein erheblicher Ausbildungsstau infolge der Pandemie, der zu Wartezeiten von bis zu drei Jahren bei Schwimmkursen geführt hat. Gleichzeitig findet der verpflichtende Schwimmunterricht an Schulen häufig nicht oder nur eingeschränkt statt.
Schwimmen droht zunehmend zu einem Luxusgut zu werden. Dabei ist es volkswirtschaftlich und gesellschaftlich deutlich sinnvoller, frühzeitig in Schwimmausbildung zu investieren, als später Rettungseinsätze, Gesundheitsfolgen oder Präventionsmaßnahmen finanzieren zu müssen.
Ehrenamtlich Engagierte in Vereinen und Verbänden leisten bereits heute einen erheblichen Beitrag. Ohne ausreichende Wasserflächen, verlässliche Finanzierung und enge Kooperation mit Schulen stoßen sie jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen sondern ebenso die Breite des Nachwuchses und damit langfristig auch den Leistungssport in allen Wassersportdisziplinen.
Die Jugendorganisationen der wassersporttreibenden Spitzenverbände fordern deshalb die Umsetzung folgender Maßnahmen:
- Finanzielle Entlastung für Familien und Bereitstellung von Wasserflächen: Stark vergünstigter Zugang zu Schwimmbädern und geförderte Kurse für alle Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Außerdem Förderung von Schwimmbädern zur Sicherstellung ausreichender Wasserzeiten und Infrastruktur.
- Verbindlicher Schwimmunterricht an allen Schulen: Konsequente Umsetzung der Lehrpläne sowie bessere personelle und finanzielle Ausstattung.
- Einrichtung eines Kompetenzzentrums Schulschwimmen: Zentrale Fachstelle zur fachlichen und organisatorischen Unterstützung von Schulen und Lehrkräften bei der Durchführung des Schwimmunterrichts.
- Einbindung der Schwimmfähigkeit in das RKI-Bewegungsmonitoring: Einheitliche Datenerhebung zur gezielten, bedarfsgerechten Steuerung von Förderprogrammen.
- Sicherer Zugang zu öffentlichen Gewässern: Flächendeckende Ausstattung mit Notrufsäuen oder vergleichbaren Notruf- und Rettungsmöglichkeiten.
Die Petition zielt darauf ab, die Rolle der Vereine langfristig zu stärken, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und den Nachwuchs im Breiten- und Leistungssport nachhaltig zu sichern. Nur wenn Kinder frühzeitig und flächendeckend schwimmen lernen, können Talente entdeckt, gefördert und langfristig gebunden werden. Gleichzeitig leisten gut ausgebildete Wassersportler*innen einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz.
Aufruf zur Unterstützung
Die Jugendorganisationen der Wassersportverbände bestehend aus VDST-Jugend im Verband Deutscher Sporttaucher, Deutsche Kanujugend im Deutschen Kanu-Verband, Deutsche Schwimmjugend im Deutschen Schwimmverband, Deutsche Seglerjugend im Deutschen Segler-Verband und Deutsche Ruderjugend im Deutschen Ruderverband – vertreten bundesweit rund 500.000 junge Menschen.
Als die Initiator*innen der Petition rufen sie Sportverbände, Landesfachverbände und Vereine dazu auf, die Initiative aktiv zu unterstützen, zu verbreiten und öffentlich zu begleiten.
Gemeinsam kann ein starkes Signal an Politik und Gesellschaft gesendet werden: Schwimmen ist eine unverzichtbare Grundkompetenz und Grundlage für Sicherheit, Teilhabe und sportliche Entwicklung.
Gemeinsam kann dafür gesorgt werden, dass Schwimmen kein Luxus wird sondern allen Kindern und Jugendlichen offen steht.
Weitere Informationen und Unterzeichnung der Petition unter: openpetition.de/!glnhw
Weitere Informationen zu den Forderungen der Wassersportjugenden: https://www.dsv-jugend.de/de/jugend--gesellschaft/forderungen/
Quelle: Schwimmsportjugenden bei der deutschen sportjugend (dsj) im Deutschen Olympischen Sportbund e.V. (DOSB) vom 28.01.2026
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