Position

Schulabsentismus verstehen und sinnvoll begegnen

Die BAG KJS fordert entschlossenere Maßnahmen gegen den bundesweit wachsenden Schulabsentismus. Die Ursachen sind vielschichtig un die Folgen gravierend für Bildung und Teilhabe. Notwendig sind Sichtbarmachung, Prävention und gemeinsame Verantwortung von Politik, Schule und Jugendhilfe. Es müssen starke Struktur- und Fachrahmen geschaffen werden.

30.09.2026

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) fordert die Verantwortlichen im Bund, in den Ländern und den Kommunen dazu auf, den überall in Deutschland und in allen Schularten zunehmenden Schulabsentismus entschiedener als bisher zu bekämpfen. Das Thema muss sichtbar gemacht, Prävention gestärkt und Verantwortung übernommen werden.

Schulabsentismus, der bereits in der Grundschule beginnt, ist eine bundesweite bildungs- und sozialpolitische Herausforderung. Seine Ursachen sind vielschichtig und reichen von individuellen Belastungen über familiäre und soziale Faktoren bis hin zu strukturellen Bedingungen sowie Problemlagen im Bildungssystem. Schulabsentismus kann erhebliche Folgen für die Bildungs‑, Entwicklungs- und Teilhabechancen junger Menschen haben: in ihrer Schullaufbahn und insbesondere auch mit Blick auf ihre Perspektiven im Anschluss an die Schule.

Ein sinnvoller Umgang mit Schulabsentismus erfordert deshalb, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen – vor allem in Politik, Schule und Jugendhilfe. Bund, Länder und Kommunen sind dort gleichermaßen gefordert, die notwendigen strukturellen und fachlichen Rahmenbedingungen für seine Bekämpfung zu schaffen.

Drei zentrale Bausteine 

  • Schulabsentismus sichtbar machen und als politisches Handlungsfeld anerkennen durch bundesweit einheitliche Verfahren zur Erfassung und Analyse von Fehlzeiten in den Schulen.
  • Prävention stärken – Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit ausbauen und absichern, damit junge Menschen und ihre Familien frühzeitig, niedrigschwellig und bedarfsgerecht unterstützt werden.
  • Verantwortung gemeinsam wahrnehmen – Schule weiterentwickeln und multiprofessionelle Kooperation systematisch umsetzen, indem die Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe, Eltern und weiteren Unterstützungssystemen verbindlich ausgestaltet und langfristig abgesichert wird.

Die Umsetzung dieser Forderungen auf Bundes‑, Landes- und kommunaler Ebene ist eine zentrale Voraussetzung, um Schulabsentismus frühzeitig zu begegnen, Bildungsbiografien zu stabilisieren und die Teilhabechancen aller jungen Menschen zu stärken.

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (KJS) vom 24.09.2026

Redaktion: Celine Richter