3. GaFöG-Bericht
Quantität ausbauen, Qualität sichern
Das Bundeskabinett hat den Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder bis 2026/27 beschlossen. Der VBE kritisiert jedoch die Umsetzung, da älteren Kindern Betreuungsplätze verwehrt und Kinder zu unbekannten Standorten transportiert werden. Qualität und pädagogischer Nutzen der Betreuung bleiben teils fraglich.
12.01.2026
Das Bundeskabinett hat den dritten Bericht der Bundesregierung über den Ausbaustand der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder beschlossen. In der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) wird verlautbart, dass damit gerechnet wird, zu Beginn des Rechtsanspruchs im Schuljahr 2026/27 „ein (eher) bedarfsdeckendes Angebot vorhalten“ zu können.
Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Brand, kommentiert:
„Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund zum Jubeln. Wir wissen, dass in den Kommunen gerade viel dafür getan wird, um dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung nachzukommen. Gleichzeitig sehen wir bedenkliche Lösungsoptionen. So werden älteren Kindern die Betreuungsplätze verwehrt, um den erhöhten Bedarf für die Kinder der ersten Klasse decken zu können. Anderswo werden die Kinder mehrerer Schulen zu einem Standort gefahren, um sie dort zu betreuen – in einem Umfeld, das sie nicht kennen, mit Betreuungspersonal, das schwer mit ihren Lehrkräften kooperieren kann. Selbst wenn es mit größter Anstrengung gelingen wird, den Rechtsanspruch umzusetzen, sehen wir gerade nicht, dass das Mehr an Zeit pädagogisch wertvoll genutzt werden kann. Und das wird sich von Jahr zu Jahr verschärfen, wenn die Bedarfe auf die weiteren Jahrgangsstufen ausgedehnt werden. Wir erwarten, dass die Bemühungen der Länder eine quantitativ ausreichende und qualitativ angemessene Ganztagsbetreuung sichern. Wenn der Rechtsanspruch Sinn ergeben soll, muss es Anspruch sein, dass der Ganztag einen Rahmen dafür bildet, bestehende Entwicklungsbedarfe ganzheitlich anzugehen, die Kinder zu fördern und zu fordern. Er kann dann eine Chance sein, alle Kinder besser auf die Anforderungen der Schule vorzubereiten und sie in ihrem schulischen Alltag zu begleiten. Voraussetzung dafür ist der Einsatz von gut ausgebildeten und dafür vorbereiteten Fachkräften.“
Quelle: Verband Bildung und Erziehung e.V. vom 03.12.2025
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