Digitaltag
Psychische Gesundheit bleibt Thema Nummer eins - eine Halbjahresbilanz
Im Rahmen des Digitaltages am 27.06.2025 präsentiert Digital Streetworks (DSW) seine Halbjahresbilanz, auf Basis von mehr als 5.600 Kontakten. Es zeigt sich: Digitale Präsenz ist kein Extra, sondern elementarer Teil der Jugendhilfe. Die sozialen Herausforderungen der digitalen Lebenswelt sollten in den Blick genommen werden und Jugendlichen muss professionelle Begleitung angeboten werden.
09.07.2025
Im Vorfeld der bayerischen Sommerferien legt Digital Streetwork Bayern (DSW) aktuelle Zahlen vor: In den letzten Monaten haben die Digital Streetworker*innen über 5.600 Kontakte mit jungen Menschen verzeichnet – und damit jetzt bereits mehr als im gesamten Jahr 2024. Davon haben rund 1.700 Kontakte zu Beratungsgesprächen geführt. Damit bleibt die Nachfrage nach digitaler Unterstützung auf hohem Niveau: in Summe gab es seit Projektbeginn im Herbst 2021 rund 11.000 Beratungsgespräche.
Konstante Nachfrage bei bekannten Themenschwerpunkten
Allen voran sind nach wie vor Themen, wie psychische Gesundheit (z. B. depressive Verstimmung, Einsamkeit, Therapieplatzsuche), Alltagsbewältigung, Herausforderungen in Schule, Ausbildung oder Studium sowie Spannungen in Familie und Freundeskreis, präsent.
Die zunehmende Bekanntheit von DSW steigert auch das grundlegende Interesse der Zielgruppe. Bereits bei der ersten Kontaktaufnahme bauen die Fachkräfte eine Vertrauensbeziehung auf. Oft werden sie deshalb zu einem späteren Zeitpunkt als Berater*innen bei Herausforderungen kontaktiert.
Digitaltag 2025: Lebenswelt „Online“ braucht professionelle Begleitung
Rund um den bundesweiten Digitaltag (www.digitaltag.eu) unter dem Motto „Digitale Demokratie: Mitreden. Mitgestalten. Mitwirken.“ am 27. Juni wird deutlich: Die Digitalisierung ist Teil unserer realen Lebenswelt und damit auch Raum für Demokratie, Teilhabe und Miteinander. Besonders für junge Menschen bedeutet das: Freundschaften, Beziehungen, Austausch und Selbstfindung – all das geschieht online. Doch mit neuen Chancen entstehen auch neue Unsicherheiten, wie in den Themenschwerpunkten benannt. Philipp Seitz, Präsident des Bayerischen Jugendrings (BJR), betont:
„Der Digitaltag ist ein Anlass, um nicht nur technische, sondern auch soziale Kompetenzen in der digitalen Welt in den Blick zu nehmen. Es braucht professionelle Unterstützung dort, wo sich junge Menschen aufhalten – und das ist nun mal auch der digitale Raum. Unsere Digital Streetworker*innen leisten hier Pionierarbeit: niederschwellig, empathisch und kompetent.“
Seit wenigen Jahren wirkt auch generative Künstliche Intelligenz (KI) auf den Lebensalltag junger Menschen ein. Deshalb setzt das JFF – Institut für Medienpädagogik in ihrer wissenschaftlichen Begleitung von DSW ihren aktuellen Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung junger Menschen mit KI Chat-Bots bei psychischen Problemen.
Digitale Präsenz in der Jugendhilfe ist mehr als „Nice-to-have“
Digital Streetwork Bayern hat sich mittlerweile als fester Bestandteil der bayerischen Jugendhilfe etabliert und ist gleichzeitig ein Impulsgeber für neue – digitale – Wege in der Sozialen Arbeit. Jugendarbeit ist heute hybrid und braucht Fachkräfte, die digitale Lebenswelten ernst nehmen, mitgestalten und junge Menschen darin begleiten. Deshalb bleibt DSW auch während der bayerischen Sommerferien verlässlich online verfügbar und verdeutlicht damit die große Bedeutung digitaler Jugendhilfe in einer modernen Soziallandschaft.
Hinweis: Digital Streetwork Bayern ist ein Modellprojekt im Bayerischen Aktionsplan Jugend des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales mit Umsetzung durch den Bayerischen Jugendring (BJR). Die Umsetzung erfolgt dabei in Kooperation mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik und in den jeweiligen Bezirken in Kooperation mit den Bezirksjugendringen Mittelfranken, Oberpfalz und Oberfranken.
Quelle: Bayerischer Jugendring vom 26.06.2025
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