Inklusion

Neuer Teilhabebericht der Bundesregierung beschlossen

Ein Stapel Dokumente

Ein zusätzliches 50 Millionen Euro-Programm soll die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Arbeit und Ausbildung verbessern.

08.08.2013

Das Kabinett hat am 31. Juli den neuen Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen "Teilhabe - Beeinträchtigung - Behinderung" beschlossen. Der Teilhabebericht stellt eine Weiterentwicklung des Behindertenberichts (Bericht zur Lage der Menschen mit Behinderungen) dar und ist Teil des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ergänzt darüber hinaus die ebenfalls im Aktionsplan enthaltene Initiative Inklusion mit 50 Millionen Euro, um noch mehr schwerbehinderte Menschen in Arbeit zu bringen.

Der Teilhabebericht nimmt erstmals auch die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen in den Blick. Er umfasst somit - neben den Menschen mit anerkannten Behinderungen - auch die Menschen, die zwar mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen leben, aber nicht als behindert oder schwerbehindert anerkannt sind. Er untersucht Faktoren, die die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen fördern oder behindern. Dieser völlig neue Ansatz in der Behindertenberichterstattung gewährt Einblick in die Lebenswirklichkeit von etwa 25 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Er soll eine Datenbasis aufbauen, um daraus Handlungsempfehlungen - auch für die Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplanes - abzuleiten.

Es ergibt sich ein Bild, das von Vorstellungen von Menschen mit Beeinträchtigungen als vorwiegend hilfebedürftigen Personen abweicht. Menschen mit Beeinträchtigungen leben so unterschiedlich wie Menschen ohne Beeinträchtigungen:

  •     Knapp ein Viertel der Menschen, bei denen schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, nimmt weitgehend unbehindert am gesellschaftlichen Leben teil.
  •     Gleichzeitig berichten fast genauso viele Menschen von teilweise massiven Teilhabeeinschränkungen und Behinderungen. Die meisten von ihnen haben nur einen geringen Bildungsstand und vielfach keinen Berufsabschluss.
  •     Auffällig ist, dass dieser Personenkreis trotz chronischer Erkrankungen oft keine Anerkennung als behindert oder schwerbehindert beantragt hat. Sie werden somit auch nicht von bestehenden Fördermaßnahmen erreicht.
  •     Über eine Million Menschen mit einer anerkannten Behinderung sind mittlerweile in Deutschland beschäftigt. Damit ist der höchste Beschäftigungsstand seit 2005 erreicht.
  •     Der Bericht zeigt aber auch, dass Menschen mit Beeinträchtigungen häufiger in Teilzeit arbeiten, im Durchschnitt geringere Löhne erhalten, öfter unterhalb ihres Qualifikationsniveaus beschäftigt sind und tendenziell häufiger und länger von Arbeitslosigkeit betroffen sind als Nicht-Beeinträchtigte.

Bei der Arbeit am Bericht ist deutlich geworden, dass die Datenlage verbesserungsbedürftig ist. Deshalb wird das BMAS 2014 eine Studie durchführen, um belastbarere Daten zur Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen zu erhalten - die dann in den nächsten Teilhabebericht einfließen werden.
Das BMAS wird bis dahin mit seinen Anstrengungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nicht nachlassen:

  •     Die Rehabilitation und Förderung behinderter und schwerbehinderter Menschen bildet einen geschäftspolitischen Schwerpunkt der Bundesagentur für Arbeit. Im BA-Haushalt für 2013 sind für die Teilhabe am Arbeitsleben mit rund 2,4 Mrd. Euro mehr Mittel bereitgestellt, als im Vorjahr ausgegeben wurden. Für die Förderung von schwerbehinderten Menschen stehen zusätzlich 130 Mio. Euro zur Verfügung.
  •     Das BMAS fördert mit 100 Millionen Euro Wege in den ersten Arbeitsmarkt ("Initiative Inklusion") - angefangen bei Berufsorientierung über betriebliche Ausbildungsplätze bis hin zu Berufschancen für ältere schwerbehinderte Arbeitnehmer und Kompetenzentwicklung bei Kammern und Verbänden.
  •     Zusätzlich wird derzeit mit den Partnern am Arbeitsmarkt die "Inklusionsinitiative für Ausbildung und Beschäftigung" vorbereitet. Ziele sind ein Mehr an betrieblichen und betriebsnahen Ausbildungen und ein Mehr an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Das BMAS legt dazu ein befristetes Förderprogramm zur intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen auf: Für innovative Vermittlungskonzepte der Arbeitsagenturen, der gemeinsamen Einrichtungen und der kommunalen Jobcenter werden von 2014 bis 2016 insgesamt 50 Millionen Euro eingesetzt. Ein Schwerpunkt liegt in der Förderung von Regionen mit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen.
  •     Dem Abbau von Beratungsdefiziten und Vorbehalten dient darüber hinaus eine bundesweite Kampagne, die das BMAS mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft im Zuge der Inklusionsinitiative konzipiert.

<link http: www.bmas.de shareddocs downloads de pdf-meldungen _blank external-link-new-window external link in new>Der Teihabebericht zum Download.

Barrierefreie Versionen (PDF, Audio, Einfache Sprache) werden voraussichtlich bis Ende September verfügbar sein.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales vom 31.07.2013

Redaktion: Anneli Starzinger

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