Digitalisierung und Medien
Jugendmedienschutz: Neue Methode für Altersverifikation im Internet
Die Bedeutung von Altersverifikationssystemen nimmt für den Jugendmedienschutz zu. Aus diesem Grund hat die Kommission für Jugendmedienschutz ihre Kriterien zur Bewertung dieser Systeme aktualisiert. Eine Altersverifikation soll nun auch durch Abgleich eines Fotos mit den Daten eines Ausweisdokuments sicher möglich sein.
07.01.2020
Aktualisierte Kriterien zur Bewertung von Altersverifikationssystemen
Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat eine überarbeitete Fassung ihrer Kriterien zur Bewertung von Konzepten für Altersverifikationssysteme („AVS-Raster“) beschlossen. Anbieter von Altersverifikationssystemen haben nun die Möglichkeit, eine Autoident-Technologie in ihre Systeme zu integrieren. Mit dieser Methode erfolgt die Identifizierung der Nutzer anhand eines automatischen Abgleichs eines Fotos mit den biometrischen und sonstigen Daten eines Ausweisdokuments. Der Einsatz einer solchen Machine-Learning-Technologie kann die bislang notwendige Face-to-Face-Kontrolle bei der Altersverifikation ersetzen. Die KJM ist der Auffassung, dass diese Methode eine ebenso sichere Identifizierung ermöglicht wie zum Beispiel eine Videoidentifizierung.
Die Bedeutung von Altersverifikationssystemen nimmt für den Jugendmedienschutz auch vor dem Hintergrund der Umsetzung des jüngst verabschiedeten Medienstaatsvertrags zu. Die KJM sieht in der Autoident-Technologie das Potenzial, die Hemmschwelle für Nutzer beim Identifizierungsverfahren herabzusetzen und verspricht sich eine entsprechend größere Akzeptanz von Altersverifikationssystemen.
Das aktualisierte AVS-Raster steht auf der Webseite der KJM zum Download bereit.
Wann müssen Altersverifikationssysteme eingesetzt werden?
Pornografische, bestimmte indizierte und offensichtlich schwer jugendgefährdende Inhalte dürfen im Internet nur dann verbreitet werden, wenn der Anbieter durch geschlossene Benutzergruppen gewährleistet, dass nur Erwachsene Zugriff darauf haben. Zur Sicherstellung geschlossener Benutzergruppen werden Altersverifikationssysteme eingesetzt. Auf Anfrage von Unternehmen oder Anbietern bewertet die KJM Konzepte für entsprechende Gesamt- oder Teillösungen. Dies dient der Verbesserung des Jugendschutzes im Internet und ist gleichzeitig ein Service für die Anbieter für mehr Rechts- und Planungssicherheit.
Das AVS-Raster der KJM spezifiziert die Anforderungen der KJM. Es dient dazu, die Entscheidungsprozesse der KJM bei der Bewertung transparent zu machen und Standards zu definieren. Die Kriterien verstehen sich als Anhaltspunkte, nicht als bindende Regeln und orientieren sich am jeweiligen Stand der Technik. Eine Anpassung und weitere Verfeinerung der Kriterien ist jederzeit möglich.
Die Kommission für Jugendmedienschutz ist ein Organ der Landesmedienanstalten und ein Expertengremium aus Vertretern von Bund und Ländern. In Deutschland ist die KJM die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten Rundfunk und Internet.
Quelle: Kommission für Jugendmedienschutz vom 20.12.2019
Termine zum Thema
-
16.10.2026
„Reclaim the space! Junge Menschen stärken, digitale Räume sicher gestalten!“
-
17.11.2026
Basisschulung - Kinderschutz & Kindeswohlgefährdung
-
25.01.2027
Schritt für Schritt zum Kinderschutz-Konzept
-
27.01.2027
Inklusiver Kinderschutz - Kinder mit Beeinträchtigungen ganzheitlich im Schutzauftrag denken
-
29.01.2027
Häusliche Gewalt
Materialien zum Thema
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Kartenset Sexuelle Bildung
-
Programmstart „Mutausbruch“
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Praxisleitfaden „Das erweiterte Erziehungsprivileg – Jugendschutzrelevante Medien in der Kinder- und Jugendarbeit rechtssicher einsetzen“
-
Zeitschrift / Periodikum
AFET-Fachzeitschrift Dialog Erziehungshilfe
-
Monographie / Buch
Handbuch - Mehr als mit dem Strom schwimmen. Impulse für eine politische(re) digitale Bildung
Projekte zum Thema
-
Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordhein-Westfalen e.V.
Elterntalk in NRW
-
Frauenhauskoordinierung e.V.
Sicher Aufwachsen Portal
-
Hoschule für Soziale Arbeit – Fachhochschule Nordwestschweiz
Hausbesuche im Kindes- und Erwachsenenschutz in der Schweiz
-
Bundesministerium für Bildung und Forschung
EMPOWERYOU - Kinder und Jugendliche in Fremdunterbringung stärken und (Re-)Viktimisierung verhindern
-
Bund für Soziale Verteidigung e.V.
LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz
Institutionen zum Thema
-
Sonstige
Öffentlicher Gesundheitsdienst
-
Verband / Interessenvertretung
Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V.
-
Sonstige
Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V.
-
Fort-/Weiterbildungsanbieter
Kindernothilfe e.V.
-
Verband / Interessenvertretung
AWO Bundesverband e.V.