Neuer Vergleichsbericht des YouthWiki erschienen

Ist Wohnraum für junge Menschen in Europa bezahlbar?

Ein neuer Bericht des YouthWiki beleuchtet die Herausforderungen, denen junge Menschen in ganz Europa beim Zugang zu bezahlbarem Wohnraum gegenüberstehen.

01.04.2026

Ein eigenes Zuhause ist eine wichtige Grundlage für die Zukunft junger Menschen. Es ermöglicht ein selbstständiges Leben unabhängig vom Elternhaus. Als stabiler Anker fördert Wohnraum zudem das psychische und physische Wohlbefinden und schafft die Voraussetzungen, sich in allen Lebensbereichen zu entfalten.

Gleichzeitig stehen viele junge Europäer:innen vor großen Herausforderungen: Steigende Mieten und Immobilienpreise, ein Mangel an bezahlbarem und qualitativ hochwertigem Wohnraum und begrenzte finanzielle Mittel führen oft zu prekären oder unzureichenden Wohnverhältnissen – im Extremfall sogar zur Obdachlosigkeit.

Der YouthWiki-Bericht „Youth access to affordable and quality housing – a comparative analysis of national policies“ liefert anhand einer vergleichenden Analyse einen Überblick über die Situation in 34 europäischen Ländern. Im Fokus stehen politischen Maßnahmen, die den Zugang zu bezahlbarem und qualitativ hochwertigem Wohnraum für junge Menschen fördern.

Auf der Grundlage der vom YouthWiki-Netzwerk bereitgestellten Daten veranschaulicht der Bericht die wichtigsten Formen der Wohnraumförderung, die in den europäischen Ländern etabliert wurden. Mit seinen Schlussfolgerungen leistet der Bericht einen Beitrag zur zukünftigen Ausgestaltung der Wohnungspolitik für junge Menschen und formuliert konkrete Ansatzpunkte für deren Weiterentwicklung.

Der YouthWiki-Bericht ist eine zuverlässige Quelle für politische Entscheidungsträger:innen, Jugendorganisationen und all diejenigen, die sich dafür interessiert, mit welchen Herausforderungen sich junge Menschen in Europa beim Zugang zu Wohnraum konfrontiert sehen.  

Key findings

  • Bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist für fast ein Viertel der jungen Menschen in der EU eine der größten Sorgen.
    Der Bericht zeigt, dass sich in Tschechien fast die Hälfte der jungen Menschen (47 %) Sorgen um bezahlbaren Wohnraum macht. Ähnlich ist die Situation in Deutschland, den Niederlanden und Slowenien, wo jeweils rund 30 % betroffen sind. Den niedrigsten Anteil verzeichnet Italien mit 8 %, gefolgt von Bulgarien und Frankreich.
  • Mehr als ein Drittel der jungen Menschen ist der Meinung, dass die EU mehr investieren sollte, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern und die Lebenshaltungskosten zu senken  
  • Die am weitesten verbreitete Maßnahme zur Prävention von Jugendobdachlosigkeit ist die Zusammenarbeit zwischen lokalen Behörden, Betreuungseinrichtungen und Wohnungsanbietern – darauf verweisen 17 Länder. Eine wirksame Prävention und Unterstützung basiert auf der engen Abstimmung dieser Akteure, die es ermöglicht, koordinierte Hilfsangebote bereitzustellen und den vielfältigen Bedürfnissen von jungen Menschen in prekären Lebenslagen gerecht zu werden.
  • In vielen europäischen Ländern gibt es keine Maßnahmen zur Unterstützung junger Menschen bei der Wohnungssuche.
  • Etwa die Hälfte der europäischen Länder hat Maßnahmen ergriffen, um jungen Menschen den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern.

Youth access to affordable and quality housing – a comparative analysis of national policies

Redaktion: Katrin Schauer