Partizipation

Gemeinsam für mentale Gesundheit & echte Beteiligung

Bei der Veranstaltung „Together for Mental Well-being“ in Berlin diskutierten 15 junge Menschen aus EU-Ländern mit Vertretern der Europäischen Kommission und SOS-Kinderdorf über die mentale Gesundheit und politische Beteiligung. Die Veranstaltung fand im Rahmen der EU Children’s Participation Platform statt, die die systematische Einbindung von Kindern und Jugendlichen in politische Prozesse fördert.

27.05.2026

Junge Menschen aus ganz Europa diskutieren in Berlin

Wie kann die mentale Gesundheit junger Menschen in Europa gestärkt werden und wie können Kinder und Jugendliche ihre Anliegen selbst in politische Prozesse einbringen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Together for Mental Well-being“, zu der die Europäische Kommission gemeinsam mit SOS-Kinderdorf e.V. und SOS-Kinderdorf International im April in die Berliner Botschaft für Kinder eingeladen hatte. Insgesamt 15 engagierte Kinder und Jugendliche aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten, die sich im Rahmen der EU Children’s Participation Platform einbringen, kamen mit Vertreter*innen der Europäischen Kommission sowie mit Mitgliedern des SOS-Kinder- und Jugendrats zusammen. Ziel war es, ihre Perspektiven zur mentalen Gesundheit einzubringen und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten.

„Ihr seid die Zukunft Europas. Glaubt an euch, unterstützt einander und erhebt eure Stimmen – denn echter Wandel beginnt mit euch“, so das Credo der Jugendlichen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der EU Children’s Participation Platform statt, einer Initiative der Europäischen Kommission zur Umsetzung der EU-Kinderrechtsstrategie. Ziel der Initiative ist es, die systematische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungsprozessen auf EU-Ebene zu stärken. Dafür vernetzt sie junge Menschen aus ganz Europa. Ein zentrales Element ist das Child Panel, ein beratendes Gremium aus 16 Kindern und Jugendlichen aus EU-Mitgliedstaaten.

„Die EU Children’s Participation Platform ist ein wichtiges Forum, um sicherzustellen, dass junge Menschen politische Entscheidungen in Europa aktiv mitgestalten können“, sagte Astrid Brandl, Vorständin von SOS-Kinderdorf e.V. „Denn genau das ist unser Anspruch: Junge Menschen sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. Wir wollen, dass ihre Stimme gehört wird und einen Unterschied macht.“

SOS-Kinderdorf engagiert sich in EU Children’s Participation Platform

SOS-Kinderdorf International ist gemeinsam mit weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen Teil eines Konsortiums, das die Plattform aufbaut und begleitet. Der deutsche SOS-Kinderdorfverein ist im Child Panel vertreten: Zwei jugendliche Vertreter*innen aus dem SOS-Kinderdorf Vorpommern bringen dort ihre Erfahrungen ein. Beide sind seit Jahren in lokalen Beteiligungsprojekten aktiv und konnten zuletzt erfolgreich die Einrichtung eines Jugendtreffs in ihrer Gemeinde mit durchsetzen.

Mentale Gesundheit im Fokus

Im Zentrum der Veranstaltung stand das Kinderrecht auf Gesundheit, insbesondere die mentale Gesundheit junger Menschen. Die Jugendlichen machten deutlich, dass es weiterhin große Hürden beim Zugang zu Unterstützung gibt – von fehlenden Angeboten, langen Wartezeiten bis hin zu rechtlichen Barrieren.

„Junge Menschen haben ein Recht auf Gesundheit, auch auf seelische Gesundheit“,
betonte SOS-Vorständin Brandl.

Gemeinsames Ziel: Mehr Beteiligung, bessere Rahmenbedingungen

Die Veranstaltung machte deutlich: Beteiligung ist ein zentraler Schlüssel, um wirksame Lösungen für die Herausforderungen junger Menschen zu entwickeln – auch im Bereich der mentalen Gesundheit. So moderierten die jugendlichen SOS-Vertreter*innen aus Child Panel und dem SOS-Kinder- und Jugendrat die Welcome Session und boten einen interaktiven Workshop zu politischer Bildung und Partizipation an.

SOS-Kinderdorf setzt sich gemeinsam mit der Europäischen Kommission und weiteren Partner*innen dafür ein, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auf europäischer Ebene weiter zu stärken und nachhaltig zu verankern. SOS-Vorständin Astrid Brandl dazu:

„Beteiligung ist mehr als nur zuhören – es bedeutet junge Menschen ernst zu nehmen, ihre Stimmen hörbar zu machen und sie zu unterstützen, ihre Rechte wahrzunehmen.“

Quelle: SOS Kinderdörfer vom 22.04.2026

Redaktion: Lena Gabert