Familienpolitik

Der Armut ihr Kindergesicht nehmen: AWO fordert Systemwechsel!

"Kinderarmut in einem reichen Land ist schlicht skandalös. Alle Kinder haben einen Anspruch auf ein Aufwachsen ohne Armut, auf gleiche Beteiligungschancen und auf eine kostenlose Bildung", so der AWO Bundesvorsitzende Rainer Brückers.

20.10.2009

"Kinderarmut in einem reichen Land ist schlicht skandalös. Alle Kinder haben einen Anspruch auf ein Aufwachsen ohne Armut, auf gleiche Beteiligungschancen und auf eine kostenlose Bildung", so der AWO Bundesvorsitzende Rainer Brückers.

Der heutige Regelsatz für Kinder, der bisher prozentual aus dem Erwachsenenregelsatz abgeleitet wird, "deckt die Bedarfe von Kindern in keiner Weise, weder mit Blick auf eine gesunde Ernährung, noch mit Blick auf den außerschulischen Bildungsbedarf, den Kinder haben", kritisiert Brückers anlässlich der heutigen mündlichen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts zu den Kinderregelsätzen.

Gleiche Lebens- und Teilhabechancen für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind eine Verpflichtung für den Staat. Er muss dazu ausreichende finanzielle Mittel und flächendeckende, hochwertige und kostenfreie Bildungs- und Betreuungseinrichtungen zur Verfügung stellen. "Hier hilft die Diskussion über abstrakte Warenkörbe nicht weiter. Es geht völlig an der Lebensrealität von Kindern vorbei, wenn beispielsweise darüber gestritten wird ob in den Regelsätzen die monatlichen Ausgaben für Spielzeug, die einem Kind zustehen, von derzeit 62 Cent monatlich auf beispielsweise 80 Cent angehoben werden. Deshalb taugt als nachhaltige Lösung nur ein politischer Systemwechsel", so Brückers.

Gemeinsam mit anderen Bündnispartnern hat der AWO Bundesverband mit der Kindergrundsicherung einen solchen Vorschlag in die Diskussion gebracht, mit der die bisher intransparente, ineffiziente und ungenügende Förderung von Kindern überwunden werden kann. Dieser Forderung haben sich neben der AWO und dem Zukunftsforum Familie weitere Verbände und namhafte Wissenschaftler angeschlossen (weitere Informationen: <link http: kinderarmut-hat-folgen.de _blank external-link-new-window externen link in neuem>kinderarmut-hat-folgen.de).

Die Kindergrundsicherung soll allen Kindern das sächliche Existenzminimum in Höhe von 322 Euro als unbürokratische Leistung garantieren. Bis der Staat sämtliche Leistungen für Bildung, Betreuung und Erziehung gebührenfrei zur Verfügung stellt, fordert das Bündnis Kindergrundsicherung einen weiteren Betrag in Höhe von 180 Euro. Dies entspricht dem verfassungsrechtlich festgestellten Bedarf für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Darunter fallen beispielsweise Kursgebühren und Mitgliedsbeiträge in Vereinen, aber auch Lernmittel, Fahrtkosten und Studiengebühren.

Quelle: Arbeiterwohlfahrt - Bundesverband e.V.

 

Redaktion: Ilja Koschembar

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