Kindheitsforschung

KED zur UNICEF-Studie: Kindeswohl in Kita, Schule und Elternhaus neu definieren

Fröhliche Kindergruppe

„Wir sollten die neueste UNICEF-Studie zu Kindern in Industrieländern als Alarmsignal und Handlungsaufforderung werten“, dazu forderte die Bundesvorsitzende der Katholischen Elternschaft Deutschlands (KED), Marie-Theres Kastner, die Verantwortlichen für Kindergarten und Schule und auch ihre “Miteltern“ auf.

18.04.2013

„Was in der <link http: www.jugendhilfeportal.de forschung kindheitsforschung artikel eintrag unicef-vergleichsstudie-2013-kinder-leistungsstark-aber-ungluecklich external-link-new-window external link in new>UNICEF-Studie beschrieben wird, macht nur allzu deutlich, dass Kinder, ihre Bildung und Erziehung, kein Experimentierfeld der Gesellschaft sind", sagte Kastner weiter.

„Trotz vieler guter Rahmenbedingungen in Deutschland fühlen sich unsere Kinder offenbar minderwertig“, so Kastner. „Leistungsdruck, Zukunftsängste und geringe Entfaltungsmöglichkeiten haben dazu geführt, dass unsere Kinder das Schlusslicht unter den Industrieländern bilden, wenn es um die Lebenszufriedenheit geht. Die vielen Reformen in unseren Bildungseinrichtungen haben offensichtlich nicht bewirkt, dass Kinder unbeschwerter leben können.“

Das Erreichen des Abiturs als vermeintlicher Glücksgarant wird immer mehr um den Preis kindlicher Grundbedürfnisse in den Mittelpunkt politischen und wissenschaftlichen Handelns gestellt, heißt es bei der Stellungnahme seitens der KED. „Das ist eine zutiefst unmenschliche und kontraproduktive Haltung. Kinder, die zu lebenstüchtigen und verantwortungsvollen Menschen heranwachsen sollen, brauchen in Kita, Schule und Elternhaus vor allem Freiräume, in denen sie Liebe, Wertschätzung und Zuwendung erfahren, Bindungen zu verlässlichen Bezugspersonen aufbauen, sich im Spiel mit anderen Kindern entwickeln und ihre vielfältigen Stärken und Schwächen kreativ ausprobieren können. Nur so können Lernprozesse jeglicher Art gelingen. Nur so wird Leistungswille erzeugt. Mehr Zeit füreinander, der ganzheitliche Blick auf den Menschen, individuelle Förderung intellektueller, aber auch musischer, sozialer, körperlicher, spiritueller und sonstiger Stärken, Sport, Bewegung und gute Ernährung spielen dabei eine wichtige Rolle“, konstatierte die Bundesvorsitzende Marie-Theres Kastner. „Nur wenn Politik, Wissenschaft und Kirche dies in den Mittelpunkt des Bildungs- und Erziehungssystems stellen und wenn wir es in Kita, Schule und Elternhaus umsetzen, können wir zeigen, dass unsere Gesellschaft das Kindeswohl nicht aus den Augen verloren hat.“

Quelle: Katholische Elternschaft Deutschlands (KED) e.V. vom 16.04.2013

Redaktion: Kerstin Boller

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