Bildungspolitik

Grüne wollen mehr Jugendliche in Ausbildung bringen

Die Grünen fordern in ihrem Antrag „Mit DualPlus mehr Jugendlichen und Betrieben die Teilnahme an der dualen Ausbildung ermöglichen“ (17/9586) die Bundesregierung auf, Sorge zu tragen, dass zukünftig alle Jugendlichen die einen Ausbildungsplatz suchen, auch einen erhalten.

24.05.2012

Das duale Ausbildungssystem gilt als Erfolgsfaktor für die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland. Dennoch fallen etliche Jugendliche zwischen Schulabschluss und Berufseinstieg durch das Ausbildungsraster. Aktuell befinden sich rund 300.000 Jugendliche in einer Maßnahme des Übergangs.

Die Grünen fordern in ihrem Antrag „Mit DualPlus mehr Jugendlichen und Betrieben die Teilnahme an der dualen Ausbildung ermöglichen“ (17/9586) die Bundesregierung auf, Sorge zu tragen, dass zukünftig alle Jugendlichen die einen Ausbildungsplatz suchen, auch einen erhalten.

Ferner soll vor Ort entschieden werden, ob die ergänzenden Lernorte der dritten Säule bei bestehenden Bildungsträgern, an gut ausgestatten Berufsschulen oder in neu ausgerichteten überbetrieblichen Ausbildungsstätten angeboten werden.

Außerdem fordern die Grünen in einem 12-Punkte Katalog, dass die Bundesregierung dafür sorgen soll, dass durch flächendeckende Modularisierung aller dualen Ausbildungsberufe kein Ausbildungsschritt mehr ohne Ausbildungsanschluss bleibt. Dadurch sollen die einzelnen Einheiten innerhalb des Erlernens eines Berufes nahtlos aneinander anschließen können.

Die Entwicklung im Bereich der dualen Ausbildung verläuft in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. Während die Zahl der Auszubildenden 2011 im früheren Bundesgebiet lediglich um 1,4 Prozent sank, gab es in den neuen Ländern 11,3 Prozent weniger Auszubildende als noch im Jahr 2010. Die regionalen Unterschiede führten zunehmend zu „Matching-Problemen“, also Anpassungsproblemen, schreiben die Grünen. Auf quantitativer Ebene gebe es Unterschiede zwischen den Ballungsräumen und den ländlichen Regionen, so dass hier Angebot und Nachfrage an Ausbildungsplätzen auseinander gingen. Auf der qualitativen Ebene würden Bewerber oft nicht zu den Anforderungen der Betriebe passen. Andererseits stimmten umgekehrt viele Ausbildungsplatzangebote nicht mit den Berufswünschen der Jugendlichen überein. Vor diesem Hintergrund wurde von der Bertelmann Stiftung in Kooperation mit acht Bundesländern und der Bundesagentur für Arbeit ein Konzept für „Übergänge mit System“ entwickelt.

Die Bundesregierung, so der Vorwurf der Grünen, „bleibt aber auf halbem Wege stehen“. Jeder dritte ausbildungsinteressierte Jugendliche finde nach wie vor keinen Ausbildungsplatz.

Quelle: Heute im Bundestag Nr. 264

Redaktion: Anneli Starzinger

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