Familienforschung

Die wichtigsten Ergebnisse der "Vorwerk Familienstudie 2012"

Eine Großfamilie am Zaun

Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte zum achten Mal seit 2005 im Auftrag von Vorwerk einen repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt zu Aspekten der Familienarbeit und zum Familienleben in Deutschland. Für die „Vorwerk Familienstudie 2012“ wurden insgesamt 1.617 Personen ab 16 Jahre befragt.

12.09.2012

 Mütter aufgerieben zwischen Beruf, Kindern und Haushalt

Berufstätige Mütter, die zu etwa zwei Dritteln als Teilzeit beschäftigte Angestellte in nichtleitender Funktion tätig sind, müssen zwar seltener als berufstätige Väter nach Dienstschluss für die Firma erreichbar sein. Dennoch gelingt vielen Müttern das Entspannen in der Freizeit schlechter als Vätern (Mütter 55 Prozent, Väter 49 Prozent). Ein deutliches Symptom für die Doppelbelastung durch Beruf, Haushalt und Familie und die daraus folgende Überlastung.

Was tun mit einer Stunde mehr Freizeit am Tag?

Wie die Befragten eine Stunde mehr Freizeit pro Tag nutzen würden, hängt stark vom Geschlecht, Familienstand und Alter ab. 65 Prozent der berufstätigen Väter mit Kindern unter 18 Jahren würden diese Stunde mit der Familie verbringen. Das kann als Signal gedeutet werden, dass Männer gerne mehr Zeit mit dem Nachwuchs verbringen würden – wenn hierfür die familienpolitischen Rahmenbedingungen gegeben wären. Bei berufstätigen Müttern steht zwar auch die Familie an erster Stelle (48 Prozent), jedoch knapp gefolgt von dem Wunsch, die Zeit für sich selbst zu nutzen (40 Prozent). Vor allem Frauen zwischen 45 und 60 Jahren, die sich vielfach zwischen Beruf, Kindern, den eigenen Eltern sowie dem Haushalt aufreiben, wünschen sich mehr Zeit für sich selbst (63 Prozent).

Bessere Kinderbetreuung = mehr Kinder?

Mehr junge Menschen würden sich für Kinder entscheiden, wenn es in Deutschland gute Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gäbe – das meinen zumindest 54 Prozent der Befragten. Und sogar 66 Prozent der berufstätigen Frauen mit Kinderwunsch sind davon überzeugt. Neben der eigenen Kinderbetreuung, der Unterstützung durch die Großeltern sowie Kita-Plätzen und Kindergärten mit U3-Plätzen kommen auch neue Formen der Kinderbetreuung infrage, zum Beispiel Leihgroßeltern, eine Großelternzeit als Ergänzung zur Elternzeit oder das Zusammenleben von Jung und Alt in Mehrgenerationenhäuse

Großelterndienste kommen bei Eltern  gut an

Das Modell der Großelterndienste, also dass Ältere als Leihgroßeltern bei gegenseitiger Sympathie und Vertrauen jungen Familien regelmäßig oder bei Bedarf bei der Kinderbetreuung helfen, erntet sowohl bei Eltern als auch bei potenziellen Leihgroßeltern Zuspruch. 68 Prozent der 45-Jährigen und Älteren halten dies für eine gute Idee; 35 Prozent davon könnten sich sogar vorstellen, sich selbst als Leihgroßeltern zu engagieren. Von den Eltern mit Kindern unter 14 Jahren könnten sich 30 Prozent vorstellen, ihre Kinder zeitweilig von Leihgroßeltern betreuen zu lassen. Nur 8 Prozent der Eltern hätten Bedenken, ihre Kinder in die Obhut fremder Personen zu geben.

Alt und Jung unter einem Dach

76 Prozent der Befragten halten Mehrgenerationenhäuser – also eine generationenübergreifende Haus- oder Wohngemeinschaften mit der Absicht, sich im Bedarfsfall gegenseitig zu helfen – für eine gute Sache. Darin selbst zu leben, kann sich dagegen nur jeder Zweite vorstellen. Insbesondere 60-Jährige und Ältere sowie Eltern mit Kindern unter 16 Jahren könnten sich in überdurchschnittlichem Anteil vorstellen, in ein Mehrgenerationenhaus zu ziehen. Wohl auch deshalb, weil diese Zielgruppen von einem gegenseitigen Geben und Nehmen am meisten profitieren würden. Auch dürfte die Bereitschaft, in einem Mehrgenerationenhaus zu wohnen, von den gebotenen Räumlichkeiten abhängen, zum Beispiel ob es dort Gemeinschaftsräume, eine eigene Küche und ein eigenes Reich gibt, in das man sich zurückziehen kann. Aber auch das Herkunftsmilieu der Mitbewohner, die gegenseitige Sympathie, die Verbindlichkeit von Verpflichtungen sowie die finanziellen Rahmenbedingungen dürften eine Rolle spielen.

Familienrealität hinkt dem Familienideal hinterher

Viel gemeinsam zu unternehmen und Zeit füreinander zu haben, steht heute noch genauso hoch im Kurs wie im Jahr 1989. Doch gerade beim Punkt „Man hat viel Zeit füreinander“ driften Idealbild und Realität auseinander: Lediglich 28 Prozent der Befragten bestätigen, viel Zeit füreinander zu haben; doch 83 Prozent würden sich dies wünschen. Ähnlich sieht es bei der partnerschaftlichen Teilung der Hausarbeit aus: Über zwei Drittel der Befragten bezeichnen eine gleichberechtigte Teilung der häuslichen Pflichten als wünschenswert; doch nur in 31 Prozent der Haushalte wird dies umgesetzt. Und auch die reale Mitarbeit der Kinder im Haushalt (50 Prozent) hinkt der Idealvorstellung (81 Prozent) hinterher.

Anerkennung der Familien- und Hausarbeit steigt

Familien- und Hausarbeit werden mehr gewürdigt: Waren im Jahr 2005 noch 72 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Familien- und Hausarbeit von der Gesellschaft in Deutschland nicht genügend wertgeschätzt werden, so sagen das heute nur noch 64 Prozent. Noch besser steht es um die persönlich empfundene Anerkennung der eigenen Leistungen für die Familie und im Haushalt durch den Partner: Meinten 2005 nur 53 Prozent der Frauen, von ihrem Partner die verdiente Anerkennung zu erhalten, so geben dies heute 71 Prozent an.

Informationen über die Vorwerk Familienstudie

Bereits zum achten Mal bringt das Wuppertaler Familienunternehmen Vorwerk gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach die „Vorwerk Familienstudie“ heraus. Die Studien haben jeweils verschiedene thematische Schwerpunkte und beleuchten die Situation von Familien in Deutschland. Vorwerk möchte so einen Beitrag leisten zur gesellschaftlichen Debatte von Fragestellungen rund um das Thema Familie.

Weitere Informationen und die Download-Möglichkeit der Studie sind auf den <link http: corporate.vorwerk.com de presse pressethemenmappen external-link-new-window external link in new>Internetseiten der Vorwerk & Co. KG verfügbar.

Quelle: Vorwerk & Co. KG vom 12.09.2012

Redaktion: Kerstin Boller

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