Gesundheit

Welchen Einfluss hat der Schuleintritt auf die Gesundheit von Kindern?

Das Bild zeigt eine Schultüte, Buntstifte und Süßigkeiten.

In diesen Tagen melden viele Eltern ihre Kinder für das Schuljahr 2015/16 an den jeweiligen Grundschulen an. Parallel dazu beginnt das Forschungsprojekt ikidS 2015, in dem rund 3.500 Eltern aus Mainz und Umgebung einen Fragebogen zur Erfassung der Gesundheit ihres Kindes erhalten.

29.09.2014

Diesen Fragebogen haben der schulärztliche Dienst der Kreisverwaltung Mainz-Bingen und Wissenschaftler des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz entwickelt. Er soll den Gesundheitszustand der zukünftigen Erstklässler dokumentieren und auf das Projekt aufmerksam machen. Ziel ist es, aus den Erkenntnissen Maßnahmen zu entwickeln, die dazu führen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Kinder die gleichen Chancen wie gesunde Kinder haben. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Im Kern will das Team um den am IMBEI beschäftigten Kinderarzt und Epidemiologen Univ.-Prof. Dr. Michael Urschitz herausfinden, ob und wie sich die gesundheitliche Situation der Kinder mit der Einschulung verändert. Dazu werden sowohl gesundheitliche Stärken und Ressourcen als auch Schwächen und Risiken ermittelt. Das Forschungsteam möchte beispielsweise ein verändertes Schlafverhalten oder eine variierende Aufmerksamkeitsfähigkeit erfassen. Im Fokus stehen zudem die gesundheitlichen Reaktionen auf die verschiedenen Herausforderungen des Schulalltags. Die Wissenschaftler untersuchen darüber hinaus, ob sich Symptome vorbestehender chronischer Erkrankungen verbessern oder verschlechtern und ob latente, bisher unentdeckte Erkrankungen erstmalig auftreten.

Auf Grundlage neuer Erkenntnisse wollen Professor Urschitz und sein Team Maßnahmen entwickeln, die dazu führen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Kinder die gleichen Chancen wie gesunde Kinder haben. Das Forschungsinteresse konzentriert sich dabei auf die zukünftigen Schüler von etwa 80 Grund- und Förderschulen in der Stadt Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen.

„Für die jetzt beginnende Hauptphase des Projekts ist von zentraler Bedeutung, dass möglichst viele Schulen und Familien daran teilnehmen. Denn je höher die Beteiligung ist, umso bessere Erkenntnisse bezogen auf die Gesundheit von Erstklässlern lassen sich daraus ableiten“, sagt Professor Urschitz und ergänzt: „Fundierte Forschungserkenntnisse sind die beste Basis, um Maßnahmen zu entwickeln, die einen positiven Effekt auf die Bildungschancen gesundheitlich beeinträchtigter Kinder aber auch auf gesunde Kinder haben.“

Quelle: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 25.09.2014

Redaktion: Nadine Paffhausen

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