Tagung
Bildungslandschaften als Gestaltungsaufgabe - Ganztag zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Strukturebene: Bund
Mit dem Rechtsanspruch auf einen Ganztagsförderungsplatz ab August 2026 steht das Bildungssystem vor einem weitreichenden Wandel: zwei historisch gewachsene und höchst unterschiedliche Systeme treffen auf einen gemeinsamen Auftrag. Die Schule bietet flächendeckende Strukturen und klare Bildungsziele, ist jedoch stark curricular, zeitlich eng getaktet und begrenzt in ihrer sozialpädagogischen Flexibilität. Die Kinder- und Jugendhilfe bringt demgegenüber lebensweltorientierte Ansätze, Beteiligung und individuelle Förderung ein, leidet aber unter fragmentierten Zuständigkeiten, projektförmiger Finanzierung und einem heterogenen Qualitätsverständnis. Ohne klare Rollen, gemeinsame Qualitätsmaßstäbe und eine an den jeweiligen Zielen ausgerichtete und aufeinander abgestimmte Verantwortungszuordnung droht aus Kooperation bloße Koexistenz zu werden.
Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern ist daher nicht nur als strukturelle Maßnahme zu verstehen, sondern als pädagogischer Raum, der Bildung, Betreuung und Erziehung neu verbindet – und damit das Aufwachsen von Kindern nach-haltig prägt. Die Herausforderung besteht darin, Angebote so zu gestalten, dass sich Kinder und Erwachsene viele Stunden lang wohlfühlen und gut miteinander leben, arbeiten und lernen können.
Die Bundesfachtagung bringt dafür Akteur*innen aus Wissenschaft, pädagogischer Praxis (Schule, Hort, Jugendhilfe u.a.), Verwaltung und Fachpolitik zusammen. Im Mittelpunkt stehen der Diskurs über pädagogische Qualität und die Gestaltung kindgerechter Bildungsräume sowie die Frage nach einem gelingenden Aufwachsen in einer sich wandelnden Bildungslandschaft.
Weitere Themen
Kinder- und Jugendarbeit Kindertagesbetreuung Jugendsozialarbeit