Austausch

„Alle deine Gefühle sind wichtig“ - Fachtag Familienaktivierung

Strukturebene: Bund

Die Ambulanz für Kinderschutz hat in Kooperation mit Katy Gellweiler umfangreiche Arbeitsmaterialien zum Themenfeld Gefühle/Emotionen erstellt, die an diesem Fachtag vorgestellt und thematisch eigeordnet werden sollen.

Aber was sind Emotionen eigentlich genau? Und warum sind sie in der Begleitung von (belasteten) Kindern so wichtig?

Häufig werden Emotionen mit Gefühlen gleichgesetzt, doch das ist nicht ganz richtig. Der Unterschied besteht darin, dass ein Gefühl bloß ein Teil einer Emotion ist. Gefühle, wie Freude, Angst oder Wut, gehören nämlich genauso zu einer Emotion wie körperliche Reaktionen (z. B. Lachen, Gänsehaut) und Denkprozesse (z. B. Gedächtnis, Entscheidungen treffen).

Gefühle sind also ein Teil der Emotionen.

Freude, Trauer oder Angst gehören beispielsweise zu den Gefühlen, die wir wahrnehmen können. Sie helfen uns dabei, unsere Erfahrungen schnell einzuordnen. Um unsere Gefühle aber nach außen zu tragen und dadurch andere Menschen teilhaben zu lassen, sind weitere Bestandteile der Emotionen notwendig: die körperlichen Reaktionen.

Auf ein Gefühl folgt unweigerlich eine körperliche Reaktion, und je intensiver das Gefühl, desto stärker auch die Antwort. Aber nicht nur Reaktionen, die wir bewusst wahrnehmen, wie beispielsweise Lachen oder Weinen, gehören dazu. Es gibt auch Reaktionen, die unbewusst im Körper gesteuert werden und als Antwort auf ein Gefühl auftreten, zum Beispiel die Aktivierung bestimmter Muskeln, schwitzen oder eine veränderte Atmung.

Wir können unsere Emotionen auch aktiv beeinflussen. Genauso, wie der Körper auf Gefühle reagiert, können auch bewusste Körperhaltungen, Bewegungen und Gesichtsausdrücke unsere Gefühle beeinflussen. Bei Traurigkeit kann es beispielsweise helfen, zu lächeln oder sich aufzurichten. Auch Stress oder Angst können wir durch eine offene und selbstbewusste Körperhaltung verringern.

Emotionen können uns dabei helfen ohne Worte zu kommunizieren. Beispielsweise kann ein Lachen oder Weinen unseren Mitmenschen vermitteln, wie es uns geht. Aber auch bei der Bewältigung von alltäglichen Situationen sind sie notwendig. Der Körper wird durch sie schnell angepasst, was uns ermöglicht Entscheidungen zu treffen. So ist es uns beispielsweise möglich, in Gefahrensituationen schnell zu reagieren.

Warum sind Emotionen wichtig?

Sie sind wichtige Informationsquellen, um soziale Situationen zu bewerten. Im Kontakt mit anderen Menschen sind sie unerlässlich, um unser Gegenüber einschätzen und eigene Reaktionen darauf steuern zu können. Aus diesem Grund ist eine ausreichende Entwicklung der Emotionserkennungsfähigkeit wichtig. Sie ist basal für die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben in der mittleren Kindheit und erleichtert die Anpassung. Wird diese Entwicklungsaufgabe erfolgreich bewältigt, stehen Handlungsstrategien zur Verfügung, die im normalen Miteinander, besonders aber in Krisen und bei Gefährdungssituationen, unerlässlich sind.

Der Einsatz von geeigneten Materialien in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stellt eine wichtige Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit dem emotionalen Erleben sowie der Differenzierung und Regulation von Emotionen dar. Jede Emotion dient einem Zweck und hilft Kindern dabei, mit der sozialen Umwelt zu interagieren.

Veranstaltungsort

Pätz Mönchengladbach
Immelmannstr. 64,
41069 Mönchengladbach
Deutschland

Beginn

- 09:30 Uhr

Ende

- 17:00 Uhr

Veranstalter

Dachverband Familienaktivierung e.V.

Kontakt

Rüdiger Pieper
Telefon: 015734423850
E-Mail Adresse: pieper@familienaktivierung.de

Weitere Themen

Förderung der Erziehung in der Familie