Bildungspolitik

Zahl der staatlichen Schulen in NRW ist zurückgegangen

Das Bild zeigt ein Klassenzimmer in der Schule

In den vergangenen vier Schuljahren wurden 340 staatliche Schulen in NRW geschlossen. Fast jede neunte Schule in Nordrhein-Westfalen ist in freier Trägerschaft.

20.01.2015

So viel Auswahlmöglichkeiten wie noch nie gibt es für Kinder, die eine Schule in freier Trägerschaft in Nordrhein-Westfalen besuchen möchten. Im Schuljahr 2014/15 haben die Eltern (und Kinder) in NRW die Wahl zwischen 537 Ersatzschulen und weiteren rund 70 zu einem schulischen Abschluss führenden Ergänzungsschulen.

Schulen in freier Trägerschaft haben mehr Gestaltungsspielräume

In den vergangenen vier Jahren nahm die Zahl der Ersatzschulen um 11 Prozent (von 484 auf 537) zu, während im gleichen Zeitraum die Zahl der staatlichen Schulen um 5,7 Prozent (von 5945 auf 5605) sank. Während immer mehr staatliche Schulen in Zeiten des demografischen Wandels schließen müssen, reagieren Schulen in freier Trägerschaft auf die Wünsche von Eltern: ob inklusiver Unterricht oder Förderschule, ob Schule mit besonderem Profil - z.B. Reformpädagogik, MINT-, oder berufswahlfreundliche Schule - die Vielfalt macht das Privatschulwesen aus. Diese Angebote werden von Eltern stark nachgefragt, so dass der Anteil der Privatschulen in NRW stetig wächst.
"Es sind gerade die Nischen, die Schulen in freier Trägerschaft besetzen. Eltern wünschen Vielfalt - diese bieten unsere Schulen", stellt Petra Witt, Vorsitzende des Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V. fest, und erläutert: "Individuelle Entfaltung statt starrer Lernkonzepte, Förderung von Begabungen und Ausgleich von Leistungsschwächen statt Orientierung am Mittelmaß, das erwarten Eltern von modernen Schulen heutzutage. Hier haben Schulen in freier Trägerschaft mehr Gestaltungsspielräume."

Eltern nehmen zunehmend von ihrem Recht der freien Schulwahl Gebrauch

In den vergangenen Jahren wurden insbesondere Sekundar- und Gesamtschulen in freier Trägerschaft gegründet, aber auch Berufskollegs, an denen Schüler einen versäumten allgemeinbildenden Abschluss nachholen können. Damit schöpfen auch Schulen in freier Trägerschaft den Rahmen aus, der Ihnen durch den Schulkonsens in Nordrhein-Westfalen eröffnet wurde.
"Der anhaltende positive Zuspruch zeigt, dass die Eltern zunehmend von ihrem Recht der freien Schulwahl Gebrauch machen", so Witt weiter, "Eltern wollen sich nicht bevormunden lassen." Nach Ansicht des VDP ist dies ein klares Signal an die Politik, Schulen in freier Trägerschaft als gleichberechtigte Partner in der Bildungslandschaft anzuerkennen und Nachteile aus dem Weg zu räumen.

Die Zahl der staatlichen Schulschließungen kann man in der Veröffentlichung: "Das Schulwesen in Nordrhein-Westfalen aus quantitativer Sicht 2013/14" nachlesen, abrufbar auf der <link https: www.schulministerium.nrw.de docs bp ministerium service schulstatistik amtliche-schuldaten index.html external-link-new-window des schulministeriums>Internetseite des Schulministeriums.

Darin sind auch die Ersatzschulen, also Schulen in freier Trägerschaft enthalten, die wir heraus gerechnet haben. Für das aktuelle Schuljahr 2014/15 sind die Zahlen in der Schulsuchfunktion des Schulministeriums zu finden (unter <link https: www.schulministerium.nrw.de bp schulesuchen external-link-new-window des schulministeriums>www.schulministerium.nrw.de/BP/SchuleSuchen). Zieht man von den dort aktuell gelisteten 6142 Schulen die 537 Schulen in freier Trägerschaft ab, gibt es derzeit in Nordrhein Westfalen 5605 staatliche Schulen. 2010 waren es noch 6429 Schulen insgesamt, darunter 484 Ersatzschulen, also 5945 staatliche Schulen.

Die Differenz von 5945 staatlichen Schulen in NRW im Jahr 2010 zu 5605 Schulen im aktuellen Schuljahr ergibt die Zahl der zwischenzeitlich geschlossenen Schulen, 340. Somit ist die Zahl der staatlichen Schulen in den vergangenen vier Schuljahren um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Quelle: Verband Deutscher Privatschulen Nordrhein-Westfalen e.V. vom 19.01.2015

Redaktion: Nadine Heßdörfer

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