Kinderschutz in der Amateurmusik
Wo jede Note sicher klingt
Musikvereine sind mehr als Probenräume – sie sind Orte von Gemeinschaft, Kreativität und Selbstwirksamkeit. Damit Kinder und Jugendliche diesen Raum sicher erleben können, sind Schutzkonzepte, Sensibilisierung und aktive Verantwortung vor Ort entscheidend. Der BKJ m Gespräch mit Emilia Schmidt, Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO).
18.05.2026
Was bedeutet Kinderschutz und Prävention in der Amateurmusik? Warum ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen?
„Amateurmusikensemble sind für Kinder, Jugendliche Räume, in denen sie gemeinsam musizieren, Gemeinschaft erleben und Selbstwirksamkeit erfahren. Das kann nur funktionieren, wenn sie sich dort wohl und sicher fühlen.“
Welche Verantwortung trägt der BMCO, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Kulturellen Bildung sicherzustellen?
„Der BMCO geht mit gutem Beispiel voran, indem er sich selbst mit dem Thema beschäftigt und in seinen Projekten und Veranstaltungen dafür sensibilisiert. Für Veranstaltungen entwickeln wir aktuell ein Awareness-Konzept, um allen Beteiligten Schutz und Sicherheit zu bieten. Daher bildet der BMCO seine Mitarbeitenden weiter, entwickelt ein Fürsorge- und Schutzkonzept und stellt Antragstellenden Materialien zur Verfügung, um sie auf das Thema aufmerksam zu machen. Gleichzeitig ist uns auch bewusst, dass wirksame Konzepte und ein verantwortlicher Umgang mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen immer vor Ort stattfinden muss – in den Ensembles und Musikvereinen.“
Welche Ansätze verfolgt der BMCO, um Kinderschutz in der gesamten Vielfalt seiner Mitgliedsorganisationen wirksam anzuregen? Welche Vorbildrolle nimmt der BMCO ein?
„Zu Beginn der Beschäftigung mit dem Thema haben wir einen Mitgliederworkshop abgehalten, bei dem die aktuellen Stände in den verschiedenen Verbänden abgeklopft wurden. Es stellte sich heraus, dass sich die Verbände in unterschiedlichem Tempo mit dem Thema beschäftigen und wir viel voneinander lernen konnten, vor allem von den Jugendverbänden und den kirchlichen Verbänden. Mit dem BMOC-Fürsorge- und Schutzkonzept versuchen wir die Erkenntnisse und die Meldewege für Veranstaltungen und die Förderprogramme spezifisch auszurichten.“
Wie unterstützt der BMCO seine Mitgliedsorganisationen dabei, Schutzkonzepte nicht nur formal zu verankern, sondern aktiv im Vereinsalltag umzusetzen?
„Die finanzielle Förderung unserer Mitgliedsverbände zu ihren Schwerpunktthemen ermöglicht ihnen, Weiterbildungen für Vereine und individuelle Beratung für die Entwicklung eines Schutzkonzeptes anzubieten.“
Was braucht es aus Sicht des BMCO, damit Orte Kultureller Bildung auch langfristig sichere Orte werden und Kinderschutz in den Einrichtungen gelebt wird?
„Es braucht noch mehr Sensibilisierung für das Thema und Unterstützung bei der Umsetzung. Kleine Vereine, die fast ausschließlich ehrenamtlich getragen werden, sind ohnehin schon mit einer Fülle von Aufgaben konfrontiert. Eine übergreifende Beratungsstelle und qualifiziertes Fachpersonal, das auf der lokalen Ebene unterstützt und vor Ort zur Seite steht, ist wünschenswert.“
Über die Interviewpartnerin
Emilia Schmidt arbeitet seit 2022 beim Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) als Projektleitung und leitet seit einem Jahr den Bereich Inhalte und das Grundsatzreferat. Zuvor war sie in der Verbands- und Projektarbeit für den Landesmusikrat Brandenburg und den Bundesverband Amateurmusik Sinfonie- und Kammerorchester (BDLO) tätig.
Das Gespräch ist im Rahmen des Programms „Start2Act“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) entstanden. Das Programm unterstützt Träger der Kulturellen Bildung bei der Prävention sexualisierter Gewalt. „Start2Act“ wird finanziert von der Europäischen Union.
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