Flucht und Migration

Weber: Familieneinrichtungen sind wichtige Partner bei der Integrationsarbeit

Das Angebot von Familieneinrichtungen noch besser für Migrantinnen und Migranten zugänglich zu machen, das war Thema einer Fachtagung, zu der die rheinland-pfälzische Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration, Maria Weber, der Leiter der Abteilung Familie im Familienministerium, Bernhard Scholten, und Jupp Arldt, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung, nach Mainz eingeladen hatten.

20.11.2009

„Wir wollen Familieneinrichtungen weiter darin unterstützen, interkulturelle Kompetenz zu erwerben und sich Menschen mit Migrationshintergrund zu öffnen, denn sie sind wichtige Partner bei der Integrationsarbeit“, unterstrich Weber. Die Fachtagung stand unter dem Motto „Familien bunt und vielfältig - für alle ein Gewinn“. Teilnehmende aus Familienbildungsstätten, Familienzentren, Familienferienstätten, Häusern der Familie und Lokalen Bündnissen für Familien waren eingeladen, Wege zur Förderung und Unterstützung von Familien mit Migrationshintergrund zu diskutieren und Erfahrungen darüber auszutauschen, wie der Zugang weiter erleichtert werden kann.

Worum es konkret geht, zeigt das folgende Beispiel: Die junge Adriana wohnt erst seit kurzem in der Nachbarschaft. Sie lernt Deutsch in der Volkshochschule und kümmert sich um ihre kleine Tochter. Der Mann arbeitet. Später möchte Adriana auch gerne wieder arbeiten gehen, denn sie hat eine Ausbildung als Floristin abgeschlossen. Jetzt möchte sie zunächst gerne ihr Viertel besser kennen lernen, doch noch hat sie wenige Kontakte. Eines Tages wird sie im Hausflur von ihrer Nachbarin Sevim angesprochen, ebenfalls Mutter. Sevim nimmt Adriana mit ins Familienzentrum zu einem Mütterfrühstück. Adriana lernt andere Nachbarinnen kennen, kann ihr Deutsch verbessern und erfährt von den anderen Frauen so manches, was ihr als junge Mutter sehr nützlich ist. Das Familienzentrum, das merkt Adriana schnell, ist ein Ort, an dem sie sich eingeladen und gut aufgehoben fühlt. Das Familienzentrum hat sich entschieden: Es will für alle Familien im Viertel und in der Umgebung Angebote machen. Woher sie kommen, wie lange sie schon da sind oder welche Sprache ihre Muttersprache ist, soll dabei keine Rolle spielen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schauen stattdessen auf die Fragen und Interessen, die die Menschen mitbringen, und stellen sich darauf ein.

Auf die Notwendigkeit, die Migrantenfamilien mit Information, Beratung und Bildungsangeboten möglichst früh und niedrigschwellig zu erreichen, wies Bernhard Scholten hin. „Familienbildungsstätten, Familienzentren, Häuser der Familie, Lokale Bündnisse für Familien und Familienferienstätten sind wichtige Anlaufstellen für alle Familien im Land. Unser Ziel ist es, diese Einrichtungen und Zusammenschlüsse interkulturell zu öffnen, um Familien mit Migrationshintergrund künftig besser zu erreichen", betonte Scholten.

Die Fachtagung sei ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des Landes-Integrationskonzeptes „Viele Kulturen - Leben gemeinsam gestalten“, so Weber. In vielen Einrichtungen gibt es bereits gute Erfahrungen in diesem Feld, von denen andere Einrichtungen, die erst am Beginn der interkulturellen Öffnung stehen, profitieren können. „Die Unterstützungsmöglichkeiten der Landeszentrale für Gesundheitsförderung, LZG, beispielsweise mit der Service-Stelle für die Lokalen Bündnisse für Familien, werden in diesen Prozess eingebunden“, ergänzte Jupp Arldt, Geschäftsführer der LzG. Die beteiligten Kooperationspartner - das Referat Familienbildung des Ministeriums, das Referat Interkulturelle Öffnung bei der Landesbeauftragten für Migration und Integration und die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz - bekräftigen die Notwendigkeit, die Familieneinrichtungen weiter zu aktivieren und bei dem Prozess der interkulturellen Öffnung zu unterstützen.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz

 

Redaktion: Ilja Koschembar

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