Gesundheit

Schlaganfall bei US-Kindern auf dem Vormarsch

Immer häufiger erleiden Jugendliche und auch bereits Kinder einen Schlaganfall. Das behaupten US-Forscher um Mary George von den Centers for Disease Control and Prevention in der Zeitschrift "Annals of Neurology".

07.09.2011

In der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen seien Schlaganfälle seit 1995 um 30 Prozent häufiger geworden, wobei Anstiege auch bei Kindern zu beobachten sind.

Bereits Fünfjährige betroffen

Die Wissenschaftler durchforsteten die US-Spitaleinweisungen von Kindern und Jugendlichen nach drei Schlaganfalls-Diagnosen - nach der subarachnoidalen und interzerebralen Blutung sowie nach dem ischämischen Schlaganfall. Sie zeigten einen allgemeinen Anstieg bei ischämischen Schlaganfällen in allen Altersgruppen, ausgenommen der Mädchen zwischen fünf und 14 Jahren, bei denen allerdings die subarachoidale Blutung etwas häufiger war als zuvor.

Gestiegene Vorsicht

"Schlaganfälle bei Kindern kommen selten vor, jedoch immerhin ähnlich oft wie kindliche Hirntumore. Kinder erholen sich von einem Schlaganfall nicht besser als junge Erwachsene, weshalb man bei Verdachtssymptomen wie etwa fokalen Ausfällen unbedingt schnell reagieren sollte", erklärt Maja Steinlin, Leiterin des Schweizer Schlaganfall-Registers für Kinder (<link http: neuropaediatrie.ch snpsr _blank external-link-new-window>neuropaediatrie.ch/snpsr), im pressetext-Interview.

Das Schweizer Register erfasst seit zehn Jahren ischämische Schlaganfälle sowie symptomatische Sinusvenenthrombosen bei Kindern. Steinlin erkennt keine Zunahme dieser Erkrankungen in diesem Zeitraum. "Die Inzidenz liegt weiterhin bei etwa zwei von 100.000 Kindern. Stärker dürfte allein die Wahrnehmung des Problems geworden sein, denn Symptome werden heute auch bei Kindern seltener übersehen als früher." Dazu beigetragen habe unter anderem das sprunghaft gestiegene Forschungsinteresse der vergangenen Jahre.

Folge von Infektion oder Verletzung

Anders als ihre US-Kollegen bezweifelt die Berner Neuropädiatrin zudem, dass Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose, Diabetes oder Adipositas für den kindlichen Schlaganfall Bedeutung haben. "Bei Kindern kommt ein Schlaganfall weit eher durch Infektionen der Gefäße oder Halsgefäß-Risse bei Verletzungen zustande. Auch Herzprobleme wie etwa angeborene Gerinnungsstörungen können das Risiko erhöhen, wenn sie auch kaum alleinige Auslöser sein dürften."

Quelle: <link http: www.pressetext.com news _blank external-link-new-window>pressetext.redaktion

Redaktion: Anneli Starzinger

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