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Save the Children veröffentlicht Report "Kinder im Kreuzfeuer"

Der tägliche Überlebenskampf der Kinder und ihrer Familien sowie das Ausmaß an Gewalt gegenüber Mädchen und Jungen stehen im Zentrum des Berichtes "Kinder im Kreuzfeuer" (Childhood Under Fire), den die internationale Kinderrechtsorganisation Save the Children am 13. März veröffentlicht hat.

14.03.2013

Zwei Millionen Mädchen und Jungen sind in den zwei Jahren nach Ausbruch des Konflikts in Syrien zu unschuldigen Opfern geworden.

Der Bericht zeigt die direkten Auswirkungen des bewaffneten Konflikts auf Kinder: Jungen werden als Kuriere oder menschliche Schutzschilde missbraucht, Mädchen werden zum Schutz vor sexueller Gewalt zwangsverheiratet. Kinder sind durch die zerstörte Infrastruktur immer stärker von Mangelernährung bedroht, die Mädchen und Jungen können nicht mehr zur Schule gehen und durch mangelhafte Hygienebedingungen sowie fehlende medizinische Versorgung ist ihre Gesundheit gefährdet. Über 80.000 Menschen, darunter viele Kinder sind obdachlos. Sie suchen in Ställen, Höhlen oder Parks vorübergehende Unterkunft. Insgesamt sind drei Millionen Menschen in Syrien auf der Flucht, über 1 Millionen syrische Flüchtlinge leben in den Nachbarländern.

Auszüge aus dem Bericht:

  •    "Was ich der Welt sagen möchte? Der Krieg in Syrien soll aufhören, damit wir in unser Land zurück können."  Nidal, sechs Jahre
  •   "Ich möchte der Welt von der Lage in Syrien erzählen... Es gibt kein Heizöl mehr, keinen Strom, kein Essen. So ist die Lage. Was es gibt sind Bombardierungen, Explosionen, Schüsse... Gewalt und Tod." Safa
  •    "Am schwierigsten war es, in Syrien genug zu essen zu finden. Sogar die Wassertanks wurden bombardiert, damit den Menschen das Wasser ausgeht. Wir sind beinah verhungert. Während des Konflikts gab es in unserer Stadt überhaupt kein Brot mehr..." Faris, Vater von sechs Kindern

"Für Millionen Mädchen und Jungen ist eine unbeschwerte, unschuldige Kindheit von der grausamen Realität des Krieges und dem täglichen Überlebenskampf zerstört worden", sagt Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland. "Viele Kinder leiden unter den harten Bedingungen. Sie wissen nicht, ob sie ausreichend Essen bekommen, sie werden nicht mehr medizinisch versorgt, wenn sie verletzt oder krank sind. Mit dem Zusammenbruch der Gesellschaft sind Hunger, Obdachlosigkeit und Angst zu ständigen Begleitern dieser Kinder geworden. Wir können nicht länger zusehen - das Leben zu vieler Mädchen und Jungen steht auf dem Spiel."

Jeden Monat werden mehr als 5.000 Menschen getötet. Über 70.000 Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Die erstmals im Save the Children Report veröffentlichte Studie der Bahçesehir-Universität (Türkei) zeigt, wie direkt Kinder von den Auseinandersetzungen betroffen sind. Eins von drei Kindern gibt an, misshandelt oder beschossen worden zu sein. Drei von vier befragten Mädchen und Jungen haben einen Angehörigen verloren.

"Der bewaffnete Konflikt muss so schnell wie möglich beendet und humanitären Hilfsorganisationen muss ein ungehinderter Zugang in alle Regionen Syriens gewährt werden. Die zugesagten Mittel für humanitäre Hilfe müssen umgehend bereitgestellt und schnell und unbürokratisch verteilt werden. Die Staatengemeinschaft darf die Kinder und ihre Familien in Syrien nicht allein lassen und muss die Anstrengungen für eine Beendigung des Konfliktes deutlich verstärken", fordert Kathrin Wieland.

Save the Children ist in Syrien, im Libanon, in Jordanien und im Irak aktiv. Schon seit Sommer 2011 unterstützt die Kinderrechtsorganisation syrische Flüchtlingskinder und ihre Familien.

Quelle: Save the children e.V. vom 13.03.2013

Redaktion: Anneli Starzinger

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