Bildungspolitik

Paritäter zieht Umsetzbarkeit des baden-württembergischen Kita-Bildungsplans in Zweifel

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg e.V. und seine über 270 Mitgliedsorganisationen im Bereich Kinder fordern die Landesregierung dringend auf, die finanziellen und politischen Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass die landesweite Umsetzung des Orientierungsplans dem bildungspolitischen Anspruch des Kinderlandes Baden-Württemberg und den Kindern im Land gerecht wird.

24.11.2009

Der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für Kindertagesstätten in Baden-Württemberg soll laut Landesregierung ab dem Kindergartenjahr 2009/2010 flächendeckend umgesetzt werden. Es geht darum, den Bildungsauftrag in allen Einrichtungen vergleichbar umzusetzen und jedem Kind das gleiche Recht auf Bildung und Förderung seiner Persönlichkeit zu geben. Die derzeitigen Rahmenbedingungen unter denen die ErzieherInnen arbeiten, lassen jedoch eine verlässliche und pädagogisch verantwortliche Umsetzung des Orientierungsplans nicht zu. Eine individuelle Erziehung für jedes Kind erfordert bessere Ressourcen in personeller, fachlicher und räumlicher Hinsicht. Das bedeutet kleinere Gruppen und einen Personalschlüssel von 1:8 Kindern in KiTas und 1:3 Kindern in Krippen sowie ein Sprachförderkonzept, das in Einrichtungen integriert ist. Damit der Orientierungsplan in Baden-Württemberg erfolgreich umgesetzt werden kann, sind vor allem zusätzliche Landesmittel dringend erforderlich. Morgen verhandeln die Landesregierung und die Kommunalen Spitzenverbände über das neue Finanzpaket.

Der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für Kindertagesstätten in Baden-Württemberg stellt KiTas und ErzieherInnen vor neue Anforderungen. Künftig wird das Kind nicht mehr in Form von Belehrung oder Beschäftigung gebildet, sondern in seinem eigenen Bestreben unterstützt, die Welt zu verstehen und damit Wissen zu erwerben. Die Rolle der ErzieherInnen besteht jetzt darin, dem Kind ein anregendes Umfeld zur Verfügung zu stellen und es in seinen Lernprozessen zu begleiten, anzuregen und herauszufordern. „ErzieherInnen sind nach dem Orientierungsplan gehalten vom „Kind her zu denken, es in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen, seine Entwicklung entlang seiner Themen, seines Tempos zu begleiten, unterstützen und zu fördern“, betont Hansjörg Böhringer, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. Das stellt auch den ErzieherInnenberuf vor neue professionelle Anforderungen gerade was den Bereich Sprachentwicklung und individuelle Sprachförderung betrifft. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen zusätzliche Landesmittel für KiTas und die Qualifikation von ErzieherInnen auf für den Krippenbereich zur Verfügung gestellt werden“.

Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg e.V.

Redaktion: Ilja Koschembar

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