für Demokratie stärken
Online-Radikalisierung entgegenwirken
Das Projekt AntiAnti zielt auf die Prävention von Online-Radikalisierung bei Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren ab. Durch Workshops werden Heranwachsende für extremistische Inhalte (Rechtsextremismus, Islamismus, Antisemitismus), Mechanismen sozialer Medien sowie Desinformation und Hassrede sensibilisiert.
05.06.2026
Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Woran glaube ich? Junge Menschen stellen sich im Laufe ihres Erwachsenwerdens viele grundlegende Fragen. Antworten finden sie nicht nur in direkten Gesprächen mit anderen, sondern auch im Netz. Ein Raum mit einer Vielfalt an Informationen sowie hilfreichen und entwicklungsfördernden Orientierungsangeboten. Gleichzeitig ein Raum mit polarisierenden und demokratiegefährdenden Inhalten, die Heranwachsende gezielt in ihren Einstellungen beeinflussen wollen.
Das Projekt AntiAnti des Vereins mediale pfade möchte junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren über extremistische Ansprache und Angebote im Netz, insbesondere die Themen Rechtextremismus, Islamismus und Antisemitismus, aufklären.
„Ziel unseres Projektes ist es, primärpräventiv der On- und Offline-Radikalisierung vorzubeugen, indem Jugendliche und junge Erwachsene für menschenverachtende Ideologien im Netz, die ausgenutzten Mechanismen der Sozialen Medien und für Themen wie Desinformation, Verschwörungserzählungen und Hassrede sensibilisiert werden“,
sagt Timon Strnad. Er arbeitet als Bildungsreferent im Projekt AntiAnti.
Für Extremismus im Netz sensibilisieren
„In den Workshops geht es uns grundsätzlich darum, eine Grundlage für die Auseinandersetzung mit Erscheinungsformen von Extremismus und den dahinterstehenden Ideologien zu schaffen. Zugleich möchten wir junge Menschen stärken, eine kritisch-reflektierte Haltung zu entwickeln, um Online-Angebote einordnen zu können“,
erläutert Timon Strnad. Die Teilnehmenden erfahren, welche Strategien extremistische Akteur*innen nutzen, um ihre Botschaften online zu verbreiten. Dazu zählt, ein Verständnis für Codes in Sprache, Bild und Video zu entwickeln, die Extremist*innen verwenden, um insbesondere junge Menschen in ihrer Lebenswelt zu erreichen. Zudem werden die Funktionsweise und die Logiken von Plattformen in den Blick genommen, um nachzuvollziehen, warum bestimmte Themen häufiger auftauchen und emotionale Inhalte vielfach ausgespielt werden.
Als besonders wichtig sieht Timon Strnad es an, einen offenen Raum für den Austausch von Perspektiven Heranwachsender zu schaffen:
„Junge Menschen sind die Expert*innen für ihre Lebenswelt, insofern sollten wir sie auch als diejenigen wahrnehmen und ihnen die Möglichkeit geben, über ihre Erfahrungen zu berichten. In den Workshops sprechen wir auch darüber, welche möglichen Handlungsstrategien junge Menschen selbst entwickelt haben, um auf polarisierende und extremistische Inhalte zu reagieren.“
Pädagogische Fachkräfte in ihrer Arbeit unterstützen
Das Projekt AntiAnti richtet sich auch an pädagogische Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Arbeit und bietet ihnen Fortbildungen an. „Unser Ziel ist es, grundlegendes Wissen über die Strategien extremistischer Akteur*innen sowie Plattformfunktionen und -logiken zu vermitteln und Handlungsmöglichkeiten für die eigene pädagogische Arbeit aufzuzeigen“, sagt Timon Strnad. Er hebt hervor: „Dabei geht es uns vor allem darum, ein Verständnis für die Bedeutung Sozialer Medien als Bestandteil jugendlicher Lebenswelten zu schaffen. Zentral ist hier, sich vorurteilsfrei auf digitale Lebenswelten junger Menschen einzulassen und diesen offen zu begegnen.“
Handlungsfähig sein: Auf problematische Aussagen reagieren
Geht es darum, als pädagogische Fachkraft Jugendliche für Ideologien der Ungleichwertigkeit zu sensibilisieren und mit ihnen über menschenverachtende Weltbilder zu sprechen, ist es natürlich wichtig, selbst zu wissen, was eine Ideologie ist, und sich der eigenen pädagogischen Haltung bewusst zu sein sowie diese regelmäßig zu reflektieren. „A und O für den Umgang mit problematischen Aussagen ist eine gute Beziehungsarbeit, zu der eine zugewandte und zugleich hinterfragende Haltung gehört“, betont Timon Strnad.
„Wichtig ist, nachzufragen und nachzuvollziehen, welche Motivation hinter einer Aussage steckt. Gerade in der Phase der Jugend wird viel ausprobiert, provoziert und sich abgegrenzt. Es kann also sein, dass eine radikale Haltung für eine Zeit eingenommen wird, aber nicht automatisch ein geschlossenes Weltbild dahintersteht.“
Zudem ist es hilfreich, im Austausch mit Kolleg*innen zu sein, über Handlungsmöglichkeiten zu sprechen, wenn es zu problematischen Aussagen kommt, und auch Hilfs- und Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.
Mehr Informationen
- (Medien-)pädagogische Methoden und Materialien für Themen der Prävention von Onlineradikalisierung gibt es auf der Website des Projektes AntiAnti.
- Workshops und Fortbildungen von AntAnti können auf der Projektwebsite gebucht werden.
- Eine Auswahl an Material und Informationen für die medienpädagogische Arbeit zu demokratiegefährdenden Herausforderungen wie Desinformation, Hass und Extremismus haben wir in einer kleinen Sammlung zusammengestellt.
- Das Projekt widerständig – gegen Polarisierung und Parolen des JFF richtet sich an pädagogische Fachkräfte der Jugendhilfe sowie des Kitabereichs und bietet im Feld der Extremismusprävention Methoden sowie Konzepte zur Stärkung der Informations- und Medienkompetenz an.
Termine zum Thema
-
13.07.2026
Medienkonzepte für Institutionen und Einrichtungen
-
24.08.2026
Die Welt der Games Die Welt der Games
-
25.08.2026
„Ich bin an deiner Seite“ – Fokus Kindertrauer – Orientierungsseminar für die Begegnung mit trauernden Kindern
-
29.08.2026
„KlickKompetenz – Gelassen im digitalen Familien-Wahnsinn”
-
02.09.2026
Kreatives Gestalten mit Technik: Mit Making-Angeboten neue Lernwelten erschaffen
Materialien zum Thema
-
Podcast
Podcast Berufsjugendlich, Folge 64: KI-Seepferdchen und Hitzeschutz
-
Broschüre
Dossier 1/2026 »Jugendmedienschutz in Leichter Sprache«
-
Zeitschrift / Periodikum
Sexuelle Grenzverletzungen (online) KJug 2-2026
-
Zeitschrift / Periodikum
Außerschulische Bildung 2/2026 - „Zukunft Demokratie-Bildung“
-
Broschüre
Pädagogischer Umgang mit Rechtsextremismus
Projekte zum Thema
-
AGJF Sachsen e.V.
Uferlos – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit (IJA) im Freistaat Sachsen
-
Stiftung "Achtung!Kinderseele"
Nicht jedes Schulkind ist schon schulstark – ein Pilotprojekt der Stiftung „Achtung!Kinderseele“ will das ändern
-
Jugendbildungsstätte LidiceHaus Bremen
Fachstelle Rechtsextremismus und Familie
-
Deutsch-Europäisches Forum für Urbane Sicherheit e.V. und Deutscher Präventionstag
CleaRNetworking
-
Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention gegen Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierte Gewalt e.V.
Fortbildungsnetz sG - Datenbank für Fortbildungsangebote zu sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend
Institutionen zum Thema
-
Verband / Interessenvertretung
Bundesverband Produktionsschulen e.V.
-
Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe
ProMädchen Mädchenhaus Düsseldorf e.V. - Anonyme Zuflucht
-
Sonstige
Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland
-
Verband / Interessenvertretung
Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V.
-
Sonstige
Theater-Ensemble Radiks e.V.