Qualifizierung

Neues „Horizonte“-Stipendienprogramm fördert angehende Erzieher mit Migrationshintergrund

Rund 40 Prozent der Kinder in Deutschland unter sechs Jahren haben einen Migrationshintergrund. Gleichzeitig sind nur etwa sechs Prozent der Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas ausländischer Herkunft. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung möchte gezielt Menschen mit Migrationshintergrund in der Region Frankfurt-RheinMain für den Erzieherberuf gewinnen und auf dem Weg in die Berufspraxis begleiten.

01.11.2011

Aus diesem Grund hat die Stiftung das „Horizonte“-Stipendienprogramm, mit dem sie bisher Lehrkräfte fördert, nun auch für angehende Erzieherinnen und Erzieher erweitert. Zehn junge Hessinnen und Hessen sind die ersten „Horizonte“-Stipendiaten, die heute feierlich in das Programm für Erzieher aufgenommen werden. „Horizonte“ für Erzieher wird in Kooperation mit dem Hessischen Sozialministerium, dem Hessischen Kultusministerium und den Beruflichen Schulen Berta Jourdan durchgeführt.

„Mit diesem neuen Stipendienprogramm leistet die Hertie-Stiftung einen doppelt wichtigen Beitrag: Sie trägt dazu bei, qualifizierte Fachkräfte für die anspruchsvolle und wichtige Arbeit in hessischen Kindertageseinrichtungen zu gewinnen, und - dies ist für mich noch entscheidender und muss besonders hervorgehoben werden - sie spricht mit diesem Programm eine Zielgruppe an, deren Gewinnung besonders wichtig ist: Menschen mit Migrationshintergrund. Die Kindertageseinrichtungen benötigen mehr qualifizierte Fachkräfte mit Migrationshintergrund! Deshalb ist es notwendig, dass gerade Menschen mit Migrationshintergrund für dieses zukunftsorientierte Engagement angesprochen und für eine Tätigkeit als Fachkraft in der frühkindlichen Bildung und Betreuung gewonnen werden“, erklärte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner. Die Hessische Landesregierung lege einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Fachkräftemangel im Bereich der Kindertageseinrichtungen, betonte der Minister.

Über 60 junge Menschen hatten sich für einen „Horizonte“-Stipendienplatz beworben. Die ausgewählten zehn Stipendiaten studieren derzeit an Fachschulen für Sozialpädagogik oder Fachhochschulen in Darmstadt, Frankfurt, Hochheim, Hofheim, Kassel, Korbach und Marburg. Sie haben einen ecuadorianischen, indischen, irakischen, italienischen, kasachischen, nicaraguanischen, polnischen oder vietnamesischen Migrationshintergrund. „Mit dem ‚Horizonte‘-Stipendienprogramm für angehende Erzieher möchte die Hertie-Stiftung darauf hinwirken, dass die gesellschaftliche Heterogenität auch in den Kindertagesstätten ankommt und mehr Menschen mit Migrationshintergrund an der Bildung der nachfolgenden Generationen mitwirken“, so Claudia Finke, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung. „Unsere Stipendiaten sollen ihren pädagogischen Alltag erweitern, ihre Persönlichkeit stärken und ihre Freude am Erzieherberuf mit anderen Programmteilnehmern teilen“.

Für die nächsten drei Jahre erhalten die Stipendiaten eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 550 Euro pro Halbjahr sowie einmalig 750 Euro für eine PC-Ausstattung. Daneben ist die ideelle Förderung genauso wichtig: In zwei Lernwerkstätten pro Jahr bilden sich die angehenden Erzieher fort zu Themen wie Entwicklungspsychologie, Sprache und Kommunikation oder auch zu Belastung und Entlastung im Erzieherberuf. Die erste Lernwerkstatt findet vom 18. – 20. November zum Thema „Vielfalt in der Kita-Gruppe“ statt.

Quelle: Gemeinnützige Hertie-Stiftung

Redaktion: Ilja Koschembar

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