Bildungspolitik

Mercator Bildungsdiskurs: PISA IV - Was steckt hinter den Schlagzeilen?

Nach der Veröffentlichung von PISA IV erläuterte im Rahmen der Veranstaltungsreihe Mercator Bildungsdiskurs der deutsche PISA-Chef Prof. Dr. Eckhard Klieme die aktuellen Ergebnisse.

10.12.2010

PISA hat in den vergangen Jahren die Diskussion über das deutsche Bildungswesen bestimmt. „Mit dem vierten Durchgang können wir bilanzieren, was der PISA-Schock bewirkt hat“, sagt Prof. Dr. Eckhard Klieme vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), der an der PISA-Studie ebenso mitgewirkt hat wie an der Entwicklung der deutschen Bildungsstandards. Aufgrund der großen gesellschaftlichen Relevanz seiner Forschung wurde Prof. Dr. Eckhard Klieme vor wenigen Wochen mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbands ausgezeichnet.

PISA IV eröffnet aus Sicht des Bildungsforschers Prof. Dr. Eckhard Klieme neue Perspektiven auf unsere Bildungslandschaft: „Jetzt können wir anfangen zu verstehen, wie sich Bildungssysteme verändern, anstatt nur auf Rankings zu schauen. Die positive Entwicklung des letzten Jahrzehnts, vor allem die Fortschritte bei Problemgruppe, sind sehr beeindruckend, aber gerade jetzt müssen wir fragen, wie diese Veränderung zu erklären ist und was die nächsten Aufgaben sind.“

 Genau das unterstreicht auch Reinhard Kahl und nennt Finnland ein Vorbild in Sachen Bildungspolitik: „Auch in ihrer Reaktion auf die Studie könnten die Finnen für uns Vorbild sein. Sie machen nicht viel Aufhebens, sehen aber genau nach, auf welche Probleme die Studie hinweist und fragen, was sie besser machen könnten. Außerdem wussten sie immer: Auf viele Fragen kann die Studie gar keine Antwort geben.“

 Winfried Kneip, Leiter des Kompetenzzentrums Bildung der Stiftung Mercator, hebt hervor, welche Bedeutung Studien wie PISA für erfolgreiches Stiftungshandeln haben: „Die Stiftung Mercator setzt sich konsequent dafür ein, real gleiche Bildungschancen für alle Schüler zu schaffen. Die empirische Bildungsforschung unterstützt uns dabei, unsere Förderpraxis diesem Ziel gemäß optimal auszurichten und Wege aufzuzeigen, wie unser Bildungssystem zukunftsweisend entwickelt werden kann.“ Bei den komplexen Projekten, wie z.B. „Ganz In. Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW“ oder „Schulen im Team“, legt die Stiftung Mercator großen Wert darauf, die Erfolge des Stiftungshandelns wissenschaftlich evaluieren zu lassen. Die Bildungsforschung liefert dafür wesentliche Indikatoren.

 Mit dem Mercator Bildungsdiskurs möchte die Stiftung Mercator einer breiten Fachöffentlichkeit sowie intellektuell und kulturell interessierten Menschen aus Essen und dem Ruhrgebiet eine Plattform des Austauschs bieten und das Thema Bildung unter Einbezug anverwandter Disziplinen und Perspektiven beleuchten.

 

Quelle: Stiftung Mercator

Redaktion: Ilja Koschembar

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