Kinder- und Jugendarbeit

Medienprojekt Wuppertal sucht Teilnehmer/innen für das Videoprojekt "Essstörungen" 


Ein Teller mit wenigen Erbsen und Möhren

Für ein Videoprojekt über Essstörungen sucht das Medienprojekt Wuppertal betroffene Mädchen und Jungen oder junge Erwachsene im Alter von 13 bis 25 Jahren, die zusammen mit einer Filmemacherin einen Dokumentarfilm zum Thema drehen sollen.



23.01.2014

Mehr als jedes vierte Mädchen in Deutschland leidet an einer Essstörung, und auch bei Jungen sind es 22 %. Essstörungen zählen zu den am meisten unterschätzten Krankheiten. Magersucht, Bulimie, Binge-Eating-Störung, Ess-Sucht – Essstörungen haben meist ernsthafte und langfristige Gesundheitsschäden zur Folge. Häufig sind tieferliegende psychische Probleme der Auslöser einer Essstörung. Auch biologische Faktoren oder die medial verbreiteten Schönheitsideale können eine Ursache sein.

Bei Bulimie oder Binge-Eating kommt nach dem Essanfall häufig die Scham, der Ekel, der Hass auf sich selbst und den eigenen Körper, das ohnehin schon geringe Selbstwertgefühl der Betroffenen sinkt. Zudem besteht die Gefahr, dass sich betroffene Menschen zurückziehen und sich von der Umwelt isolieren. Die Betroffenen müssen essen, um sich wohlzufühlen. Da das Wohlbefinden danach jedoch nicht lange anhält, müssen sie wieder essen. Bei Fress-Sucht, auch als Adipositas bezeichnet, wird auch aus Frust gegessen. Das dabei entstandene Übergewicht erzeugt neuen Frust, so dass wieder aus Frust gegessen wird. Auf diese Weise entsteht ein Teufelskreis, aus dem man ohne professionelle Hilfe meist nicht mehr herauskommt. 
Von Magersucht Betroffene reduzieren und halten ihr geringes Gewicht durch bewusstes Hungern. Sie sind auffallend dünn und empfinden sich auch dann noch als zu dick, wenn sie schon an starkem Untergewicht leiden. Die Angst zuzunehmen ist enorm, das Essen wird streng kontrolliert und der Hunger geleugnet, damit niemand etwas von der Krankheit erfährt. Mit der Zeit bestimmen die Gedanken an Essen, Nicht-Essen und Gewicht das ganze Leben. Essstörungen belasten Familien und Beziehungen sehr, häufig sind Eltern oder Partner hilflos.

In dem Videoprojekt sollen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die von Essstörungen betroffen sind, gemeinsam eine 45-minütige Dokumentation und mehrere kürzere Filme über ihre Auseinandersetzung mit der Erkrankung gedreht werden. Hierfür werden die TeilnehmerInnen mit der Kamera in ihrem Alltag begleitet und porträtiert. Die TeilnehmerInnen bestimmen in allen Teilen der Filmproduktion mit.

Ziel des Filmprojektes ist es, Zuschauer für das Thema zu sensibilisieren und Verständnis für Betroffene und Angehörige zu erzeugen. Es soll zudem eine Plattform geschaffen werden, um über persönliche Ängste, Nöte und Hoffnungen zu berichten und über ein Tabuthema aufzuklären.

Kontakt: 



Medienprojekt Wuppertal, Gina Wenzel. Tel: 0202- 563 2647

E-Mail: [email protected]
Internet: 
www.medienprojekt-wuppertal.de

Quelle: Medienprojekt Wuppertal vom 23.01.2014

Redaktion: Astrid Bache

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