Familienpolitik

Kleiner Sieg in der Steuer: "Beruhigungspille" für Alleinerziehende

ein blauer Ordner mit der Aufschrit Steuern

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) sieht in der Erhöhung des steuerlichen Entlastungsbetrags für Alleinerziehende nur einen ersten Schritt. Die steuerliche Benachteiligung von Alleinerziehenden bleibe bestehen, erklärt die Bundesvorsitzende des Verbandes.

23.04.2015

"Nach elf Jahren Stagnation ist eine Erhöhung der steuerlichen Entlastung für Alleinerziehende überfällig", betont Edith Schwab. "Wir freuen uns, dass die Familienministerin sich durchgesetzt hat und für Alleinerziehende eine kleine Verbesserung in der Steuer kommen soll", so Schwab. "Als VAMV machen wir uns für Steuergerechtigkeit für Alleinerziehende stark. Diese ist allerdings auch mit einer Erhöhung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende um 600 Euro auf 1.908 Euro noch lange nicht erreicht. Angemessen wäre die Ausgestaltung mit einem zweiten Grundfreibetrag als Äquivalent zum Ehegattensplitting."

Die Wirkung des Entlastungsbetrags wird oft überschätzt, da die Wirksamkeit an den jeweiligen individuellen Steuersatz gekoppelt ist.  Bei einem mittleren Steuersatz von 30 Prozent waren dies bisher gerade einmal 32,70 Euro im Monat, nach der Erhöhung 15 Euro mehr. Ehepaare haben durchs Splitting weiterhin bis zu 15.000 Euro im Jahr mehr zur Verfügung, auch wenn sie keine Kinder haben. "Wichtig ist jetzt im parlamentarischen Verfahren nicht zu vergessen, den Entlastungsbetrag zu dynamisieren", fordert Schwab, "ansonsten kommt es wieder zu einer schleichenden Steuererhöhung für Alleinerziehende!"

"Um die Familienbesteuerung langfristig gerecht für alle Familienformen zu gestalten, fordern wir als VAMV die Umgestaltung des bestehenden Steuersystems zu einer Individualbesteuerung und die direkte Förderung von Kindern durch eine Kindergrundsicherung, unabhängig von der Familienform und von Einkommen ihrer Eltern.", unterstreicht Schwab.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) vertritt seit 1967 die Interessen der heute 2,7 Millionen Alleinerziehenden.
Der VAMV fordert die Anerkennung von Einelternfamilien als gleichberechtigte Lebensform und entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Er tritt für eine verantwortungsvolle gemeinsame Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung ein.

Quelle: Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) vom 22.04.2015

Redaktion: Kerstin Boller

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