Sachsen-Anhalt

Junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen fit für Ausbildung und Beruf machen

Das Programm STABIL unterstützt junge Menschen unter 27 Jahren mit schwierigen Startbedingungen in Sachsen-Anhalt, um sie in Ausbildung oder Beruf zu integrieren. Seit 2022 wurden über 2.200 Teilnehmende erreicht, davon begannen 180 eine Ausbildung. Ziel ist, Jugendarbeitslosigkeit bis 2030 unter 4% zu senken.

01.09.2026

„Wir lassen niemanden zurück“: Das ist der Anspruch der Arbeitsmarktpolitik des Landes Sachsen-Anhalt. Im Programm „STABIL“ werden junge Menschen unter 27 Jahren mit schwierigen Startbedingungen unterstützt, damit sie erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. Seit 2022 konnten mit STABIL landesweit bereits mehr als 2.200 junge Menschen erreicht werden. Fast 150 Teilnehmende nahmen im Anschluss eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf, 180 begannen eine Ausbildung und 345 wechselten in weiterführende Maßnahmen, beispielsweise Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen. Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne und Landrat Dr. Steffen Burchhardt haben sich heute in Burg im Jugendwerk Rolandmühle über die Umsetzung des Projekts informiert, in dem derzeit 34 Teilnehmende begleitet werden.

STABIL erreicht junge Menschen, die weder von Jobcentern noch der Agentur für Arbeit erfolgreich erreicht werden können. Das sind überwiegend arbeitslose Schulabgänger*innen ohne Abschluss, häufig mit multiplen Problemlagen wie psychischen Einschränkungen, Suchtproblemen, Schulden, instabiler Wohn- oder Familiensituation. Ziel ist es, ihnen den nächsten Schritt in eine geeignete weiterführende Maßnahme, eine Ausbildung oder Beschäftigung zu ermöglichen. Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne sagte: 

„Alle Beschäftigungspotentiale müssen erschlossen werden. Unsere Betriebe brauchen jede helfende Hand. Mit STABIL erhalten junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen die individuelle Unterstützung, die sie brauchen, um in Ausbildung und Beruf anzukommen.“

Trotz des hohen Fachkräfte- und Nachwuchsbedarfs der Unternehmen ist die Zahl der arbeitslosen Menschen unter 25 Jahren in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zehn Jahren um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Im Juli 2026 waren landesweit 10.284 Menschen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren arbeitslos. Das entspricht einem Anteil von 9,6 Prozent. Im Jerichower Land lag der Anteil bei 8,4 Prozent (325 Personen). „Hinter der Statistik stehen verpasste Chancen für junge Menschen und ungenutzte Potenziale für unsere Wirtschaft. Junge Menschen brauchen frühzeitig Unterstützung, damit sie auf dem Weg in Ausbildung und Beschäftigung nicht ins Stolpern kommen“, sagte Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne.

Landrat Dr. Steffen Burchhardt betont, dass das Projekt den Jugendlichen wieder Halt, Selbstvertrauen und eine eigenständige Perspektive gibt: 

„Hier gilt es, behutsam Vertrauen aufzubauen, Routinen zu entwickeln und einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen. Wir haben in den vergangenen Jahren mit der Rolandmühle einen verlässlichen Partner gefunden, der vielen Jugendlichen auf den richtigen Weg geholfen hat. Gerade bei den Menschen, die ihr ganzes Berufsleben noch vor sich haben, müssen wir fordern und mit Herz Fördern. Ich hoffe daher, dass uns das Projekt STABIL langfristig erhalten bleibt.“

STABIL richtet sich an förderungsbedürftige junge Menschen, die ihre Schulpflicht erfüllt haben, keinen Berufsabschluss besitzen und arbeitslos sind, aber mit den regulären Förderangeboten der Agenturen für Arbeit oder der Jobcenter nicht oder nicht mehr erreicht werden können. Dazu gehören beispielsweise junge Menschen ohne Schulabschluss oder Ausbildungsplatz, junge Menschen, die eine Ausbildung abgebrochen haben, sowie junge Menschen mit besonderem individuellem sozialpädagogischem Unterstützungsbedarf. Das Projekt, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds plus (ESF+) und des Landes Sachsen-Anhalt finanziert wird, ist Teil des im Juni 2026 vorgestellten „Masterplans Zukunftsgeneration Sachsen-Anhalt“. Mit dem Masterplan wird bis 2030 eine gemeinsame Kraftanstrengung von Land und Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit angestoßen, gemeinsam mit den örtlichen Arbeitsagenturen und Jobcentern den Übergang von Schule in Ausbildung und Beschäftigung nachhaltig zu verbessern und die Potenziale junger Menschen vollständig zu nutzen. Mit dem Masterplan verfolgen die Partner*innen das Ziel, die Jugendarbeitslosigkeit bis 2030 auf unter 4 Prozent zu senken. Zugleich soll der Anteil junger Menschen bis 34 Jahre mit einem Berufsabschluss erhöht werden, um mehr jungen Menschen eine qualifizierte Arbeit zu ermöglichen.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt vom 14.08.2026

Redaktion: Adrian Halle