Flucht und Migration

Hessen will mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund für die Jugendarbeit gewinnen

Wiesbaden. Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen in Hessen stärker als bisher selbstverantwortlich Angebote der Jugendarbeit initiieren, nutzen und eigenverantwortlich mitgestalten.

16.01.2012

Dies ist das Ziel des neuen Aktionsprogramms „Stärkung der Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“, das vom Hessischen Sozialministerium in den Jahren 2012 bis 2014 realisiert wird und das der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner am 13. Januar 2012 in Wiesbaden vorgestellt hat.

Der Hessische Integrationsmonitor 2010 weist für das Jahr 2008 etwa 1,43 Millionen Personen in Hessen mit Migrationshintergrund aus, das sind 24,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bei den unter 18-Jährigen liegt der Anteil bei 37,2 Prozent. „Bislang fällt die Stärkung der Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Feld der Jugendarbeit beziehungsweise in der außerschulischen Jugendbildung vergleichsweise gering aus. Dabei ist der Kompetenzerwerb, der in der Jugendarbeit geschieht, für die Lebensbiografie junger Menschen von besonderer Bedeutung“, so Staatsminister Stefan Grüttner. Angebote der Jugendarbeit bieten eine Möglichkeit, Kompetenzen zu erwerben und ein selbstbestimmtes Aufwachsen zu ermöglichen. Das Aktionsprogramm soll jungen Migrantinnen und Migranten ermöglichen, noch mehr von den Chancen des freiwilligen Engagements profitieren zu können. Darüber hinaus besitzt die Gewinnung junger Menschen mit Migrationshintergrund angesichts der demografischen Entwicklung, aber auch für die Träger der Jugendarbeit eine zentrale Bedeutung.

Mit dem Programm werden 18 Projekte in ganz Hessen mit insgesamt 1,13 Millionen Euro gefördert, die sich zum Ziel gesetzt haben, neue Wege in der außerschulischen Jugendarbeit zu erproben. Sie wurden aus insgesamt 58 eingereichten Projektvorschlägen ausgewählt und sollen im Zeitraum von 2012 bis 2014 realisiert werden. Das Land trägt in der Regel jeweils die Hälfte der für die Projektrealisierung notwendigen Ausgaben. Wissenschaftlich begleitet wird das gesamte Vorhaben durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) in Frankfurt.

Mit dem Aktionsprogramm „Stärkung der Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ legt das Hessische Sozialministerium bereits das vierte Förderprogramm zur außerschulischen Jugendbildung für junge Menschen auf. Seit 2002 sind insgesamt 2,3 Millionen Euro in diese Programme geflossen. „Die Landesregierung verstetigt mit diesem Folgeprogramm ihre Aktivitäten zur Weiterentwicklung der Jugendarbeit in Hessen“, betonte der Minister abschließend.

Quelle: Hessisches Sozialministerium

Redaktion: Ilja Koschembar

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