Gesundheit

Fachtagung „Gesund aufwachsen in Baden-Württemberg“

„1,9 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 17 Jahren sind in Deutschland übergewichtig“, sagte der Amtschef des Ministeriums für Arbeit und Soziales, Thomas Halder. „Das sind etwa 15 Prozent. Adipös - also fettleibig - sind etwa sechs Prozent. Jedes fünfte Kind zwischen elf und 17 Jahren leidet an Essstörungen.“

25.11.2009

Bei der Fachtagung „Gesund aufwachsen in Baden-Württemberg“ des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales zum 13. Kinder- und Jugendbericht, der das Thema „Gesundheit“ in den Mittelpunkt stellt, betonte der Amtschef, dass Gesundheit nicht nur aus der Perspektive des Einzelnen wichtig ist sondern auch aus dem Blickwinkel der Gesamtgesellschaft.

„Die Zahlen aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland des Robert-Koch-Instituts (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey, KiGGS) sind alarmierend“, erklärte Halder. Übergewicht ist häufig eine Folge von Fehlernährung und Bewegungsmangel, das gilt ebenso für Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen. „Mit der Initiative 'Gesund aufwachsen in Baden-Württemberg' wollen wir gegensteuern“, so Halder. So würden Kommunen darin unterstützt, vorhandene Bewegungsräume und -möglichkeiten sowie die Ernährungsangebote für Kinder und Jugendliche zu ermitteln. In den Kindertagesstätten und Schulen wird beispielsweise auf den Speiseplan der Kinder geschaut. Halder sagte: „Oft ist einfach zu viel Süßes drauf und zu wenig Raum für Fangen oder zum Fußballspielen, um die vielen Kalorien gleich wieder zu verbrennen.“ Auf dieser Grundlage werden erfolgreiche Maßnahmen zum Beispiel zur Bewegungsförderung in der Gemeinde, in Kindertageseinrichtungen und Schulen passgenau zur Umsetzung empfohlen.

„Regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung sind für ein gesundes Aufwachsen aller Kinder wichtig“, so der Amtschef. Zur Bewegungsförderung könnten beispielsweise ungenutzte Räume in Grünanlagen, zwischen Wohnblöcken, auf Garagenhöfen und Brachflächen für Kinder erschlossen werden. Ebenso können Kindertagesstätten und Schulen beispielsweise kostenlos Trinkwasser oder ungesüßte Tees anbieten. Auch ein gesundes Frühstück oder tägliche Rohkost als „Zwischendurch-Fingerfood“ für Kinder ist eine Möglichkeit um Ernährungsangebote und -stile zu verbessern. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, betonte Halder. Vielmehr können bewährte Ansätze und Maßnahmen übertragen und so bestehende Angebote weiter entwickelt und besser genutzt werden“, erklärte er.

Halder begrüßte auch, dass der 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung erstmals die Themen Gesundheitsförderung und gesundheitsbezogene Prävention zum Gegenstand hat. Schließlich könne die Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nur als Querschnittsaufgabe gelingen. „Das ist im Grunde auch der Kern des Kinderlandes“, so Halder. „Das Kinderland - das natürlich auch die Jugendlichen einschließt - steht für ein neues, ressortübergreifendes Politikverständnis, das Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt stellt.“ Bisher sei die Gesundheitsförderung vor allem im Gesundheitswesen verankert gewesen. Zukünftig müsse sie weit stärker als bisher beispielsweise auch in der Kinder- und Jugendhilfe eine Rolle spielen“, forderte der Amtschef. „Das Ziel aller muss sein, Kinder und Jugendliche an regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung heranzuführen und zu gewöhnen“, stellte er fest. Schließlich sei eine „gesunde Lebensweise nicht nur für die Vorbeugung von Krankheiten von zentraler Bedeutung sondern gerade auch für das körperliche und seelische Wohlbefinden jedes Einzelnen.“

Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg

 

Redaktion: Ilja Koschembar

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