lambda space

Deutschlands erstes digitales Jugendzentrum geht online – über 800 queere Jugendliche warten bereits

Das Projekt „lambda space“ bietet queeren Jugendlichen zwischen 14 und 26 Jahren einen sicheren digitalen Austausch- und Unterstützungsraum – insbesondere in ländlichen Regionen ohne physische Angebote. Die Plattform ermöglicht Foren, Gruppenräume, sicheren Messenger-Austausch und wird durch ein mehrstufiges Sicherheitssystem sowie Echtzeit-Moderation geschützt.

10.11.2025

Mit „lambda space“ startet zum 16.11.25 ein bundesweit einzigartiges Projekt: Das erste digitale queere Jugendzentrum geht online. Initiiert vom Jugendnetzwerk Lambda e.V., bietet die neue Plattform jungen queeren Menschen zwischen 14 und 26 Jahren einen sicheren digitalen Raum für Austausch, Unterstützung und Gemeinschaft.

Leider haben noch immer viele queere Jugendliche keinen Zugang zu unterstützenden Angeboten – insbesondere im ländlichen Raum. Für viele ist das nächste queere Jugendzentrum oder die queere Jugendgruppe schlicht zu weit weg. Kein Wunder also, dass queere Jugendliche eine der Personengruppen sind, die am meisten Zeit im digitalen Raum verbringen. Doch auch hier fehlt es bisher an geeigneten Strukturen: Der digitale Raum wird zunehmend von Tech-Konzernen dominiert, deren Plattformen auf maximale Profite ausgelegt sind und sich zunehmend queerfeindlich entwickeln (Social Media Safety Index). lambda space ist eine Antwort auf beides: ein Safer Space für queere Jugendliche in Regionen ohne Angebote und eine gemeinnützige, bedürfnisorientierte Alternative zu kommerziellen Plattformen.

Dies ist der erste Versuch ein Jugendzentrum in den digitalen Raum zu übersetzen. Auf der Plattform können sich die Jugendlichen in Foren gegenseitig unterstützen, eigene Gruppenräume zu verschiedenen Themen erstellen, sich über einen Messenger sicher austauschen und andere queere Jugendliche aus der Nähe kennenlernen. Sicherheit steht dabei an erster Stelle: Ein mehrstufiges Zugangssystem schützt die Jugendlichen, alle Inhalte werden durch ein geschultes Moderationsteam und KI-Unterstützung in Echtzeit moderiert, das Projekt wird psychologisch begleitet, und Jugendliche können sich bei Bedarf niedrigschwellig beraten lassen. Diese Maßnahmen werden durch über 80 weitere technische und moderative Schutzmechanismen im Hintergrund ergänzt.

lambda space ist ein gemeinnütziges Projekt des Jugendnetzwerk Lambda e.V. – der bundesweiten Selbstorganisation junger queerer Menschen. Wer die Plattform nutzt, kann selbst Mitglied im Trägerverein werden. Das bedeutet: Die Plattform gehört nicht irgendeinem Unternehmen, sondern der jungen Community selbst. Die Jugendlichen sind nicht nur Nutzer*innen, sie sind Teilhaber*innen. Ihre Stimme zählt, ihre Erfahrungen fließen in die Gestaltung ein. So soll lambda space ein Raum sein und bleiben, der von queeren Jugendlichen für queere Jugendliche gemacht ist: sicher, solidarisch und selbstverwaltet.

Zum Launch von lambda space erklären Emily Schunk und Oska Jacobs aus dem Vorstand:

„Wir freuen uns unglaublich, dass lambda space endlich seine digitalen Türen öffnet. Nun beginnt die spannende Beta Phase in der wir nach und nach allen 865 Jugendlichen auf der Warteliste Zugang zur Plattform geben. In begleitenden Feedbackrunden werden wir mit den Jugendlichen darüber sprechen, wie sich die Plattform für sie anfühlt, was gut funktioniert und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Denn unser Ziel ist klar: Wir möchten, dass endlich alle queeren jungen Menschen einen Safer Space haben – egal wo sie wohnen“.

Quelle: Jugendnetzwerk Lambda e.V. vom 10.11.2025

Redaktion: Zola Kappauf