Sozialpolitik

Bundesverband Deutscher Stiftungen sieht im Bildungspaket eine Chance für bedürftige Kinder

"Setzt sich die Bundesregierung mit ihren Plänen zu Hartz IV und den so genannten Bildungsgutscheinen durch, wird es zukünftig Kinder erster und zweiter Klasse geben. Das ist für ein demokratisches Land wie Deutschland mehr als beschämend. Um es beim Namen zu nennen: Die Pläne von der Leyens sind ein gesellschaftspolitischer Skandal", erklärte die nordrhein-westfälische Kinder- und Jugendministerin Ute Schäfer anlässlich der Aktuellen Stunde im Düsseldorfer Landtag zu den umstrittenen Hartz IV-Reformen der Bundesregierung.

29.09.2010

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen sieht das "Paket" zur Teilhabe und Bildungsförderung als außerordentliche Chance für Kinder aus bedürftigen Familien. Ein Großteil der Stiftungen, die entsprechende Satzungszwecke haben, sind darum zu Kooperation mit staatlichen Stellen bei der Entwicklung, Umsetzung und Ergänzung des Bildungspaketes bereit. Dies ist das Fazit eines Gesprächs zwischen Ursula von der Leyen und Vertretern von rund 30 deutschen Stiftungen am vergangenen Montag.

"Sachleistungen wie ein warmes Essen, Hausaufgabenhilfe oder die Mitgliedschaft im Turnverein gewährleisten eher als finanzielle Transfers, dass die Hilfe direkt beim Kind ankommt. Dies haben Stiftungen seit langem erkannt und in ihren Projekten praktiziert", sagt Heike Kahl, Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen und Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen weist darauf hin, dass Stiftungen Akteure vor Ort seien. Bürgerstiftungen, kommunale Stiftungen, kirchliche und andere Stiftungen seien in ihren Städten und Gemeinden mit den Ansprechpartnern aus Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bestens vernetzt. Zahlreiche gute Ideen lägen bereits vor. Jetzt gelte es die vielen Ansätze und Modelle zur Bildungs- und Teilhabeförderung von gemeinnützigen Stiftungen und anderen Anbietern aufzunehmen, in andere Orte zu transferieren und sinnvoll zu verknüpfen.

"Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes und die geplante Umsetzung ist auch eine Chance, vom Kindeswohl ausgehend eine konzertierte Aktion auf den Weg zu bringen", so Michael Göring, Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen und Vorsitzender des Vorstands der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. 

Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Redaktion: Ilja Koschembar

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