Flucht und Migration

Bildungsperspektiven für junge Flüchtlinge verbessern

Viele Kinder Hand in Hand

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) appelliert mit Blick auf den "Internationalen Tag gegen Rassismus" (21. März 2015) an die Bundesregierung, die Teilhabe junger Flüchtlinge an Bildung zu verbessern.

20.03.2015

Möglichkeiten böten die anstehenden Gesetzesnovellen zum Bleibe- und Aufenthaltsrecht sowie zum Kinder- und Jugendhilferecht. "Nach wie vor sind wir weit von dem Ziel entfernt, benachteiligte Kinder und Jugendliche in Deutschland ausreichend zu fördern und allen gleiche Bildungschancen zu bieten. Dies gilt insbesondere für jugendliche Flüchtlinge, die durch ihre schlechte wirtschaftliche Lage, Einschränkungen des Aufenthaltsrechts und psychosoziale Belastungen stark unter mangelnden Bildungschancen leiden", betonte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Freitag in Frankfurt a. M.

Um der Benachteiligung junger Flüchtlinge im Bildungswesen zu begegnen und deren gesellschaftliche Integration konsequent voranzutreiben, bedürfe es gemeinsamer Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen. Diese müssten nachhaltige Unterstützungsstrukturen schaffen sowie eine abgestimmte Förderung und Umsetzung von Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen auf den Weg bringen. "Junge Flüchtlinge brauchen sichere Perspektiven, einen diskriminierungsfreien Zugang zu Bildung und Ausbildung sowie die Unterstützung pädagogischer Fachkräfte, die auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen können. Aufenthaltsrechtliche Regelungen dürfen nicht verhindern, dass junge Flüchtlinge Kitas, Einrichtungen der Jugendhilfe und eine Schule besuchen oder berufliche Aus- und Weiterbildungen sowie ein Studium absolvieren", sagte Tepe. Eine zügige, kompetente Sprachvermittlung sei ebenso notwendig wie die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams. Dafür müssten pädagogische Fachkräfte qualifiziert und Bildungseinrichtungen mit zusätzlichen Ressourcen ausgestattet werden. "Hier darf nicht gespart werden. Bildung ist ein Menschenrecht und zentral für ein solidarisches und friedliches Zusammenleben", unterstrich die GEW-Vorsitzende. Teilhabe an Bildung und gemeinsames Lernen von Anfang an seien zugleich ein wichtiger Beitrag, um rassistischer Diskriminierung und Vorurteilen in der Gesellschaft vorzubeugen.

Info zum Internationalen Tag gegen Rassismus

Die Vereinten Nationen haben den 21. März im Jahr 1966 zum Internationalen Tag gegen Rassismus erklärt. Unter dem Motto "Zusammenhalten gegen Rassismus" finden vom 16. bis 29. März die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2015 statt, zu denen der Interkulturelle Rat in Deutschland jährlich rund um den 21. März aufruft.

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vom 20.03.2015

Redaktion: Kerstin Boller

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