Jugendsozialarbeit

Biel setzt bei der Amokverhinderung auf menschliche Aufmerksamkeit

Schleswig-Holsteins Bildungsminister Dr. Jörn Biel hat angesichts der Amokläufe in den vergangenen Monaten alle Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, im Alltag noch besser aufeinander zu achten.

28.09.2009

„Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens. Keine noch so gute technische Lösung kann das beste Frühwarnsystem ersetzen, das wir haben, und das ist die menschliche Aufmerksamkeit“, sagte er heute bei der Fachtagung „Amokläufe an Schulen“ in Altenholz. „Dieses Frühwarnsystem müssen wir bei jedem Einzelnen vor allem innerhalb des Systems Schule schärfen - egal ob Schüler, Lehrkraft, Schulsekretärin, Hausmeister oder Eltern.“

„In Schleswig-Holstein legen wir deshalb einen Schwerpunkt darauf, die Sensibilität zu erhöhen und individuelle Notfallkonzepte an den Schulen zu erarbeiten. Darüber hinaus bereitet das Land generelle Empfehlungen zur sicherheitstechnischen Ausstattung von Schulen vor, die wir mit den Kommunen abstimmen wollen“, so Biel weiter. Er wies darauf hin, dass es bereits seit 2006 den „Notfallwegweiser“ des Landes für die Schulen gebe, in dem auch mögliche Amokläufe berücksichtigt werden. „Seine zentrale Botschaft lautet: Bereiten Sie sich vor! Ich appelliere nachdrücklich an jede Schule, unbedingt ein festes Krisenteam zu bilden. Ein solches Team überprüft regelmäßig die Sicherheitsvorkehrungen an der Schule. Hilfestellungen dazu geben die Checklisten des Notfallwegweisers."

Der Notfallwegweiser sei nun mit Hilfe der ständigen Arbeitsgruppe „Gewaltprävention in Schulen“ noch einmal überarbeitet und erweitert worden und werde noch vor den Herbstferien an alle Schulen versendet. Die Arbeitsgruppe tagt seit mehreren Jahren regelmäßig. In ihr sind unter anderem das Bildungsministerium mit seinem Aus- und Fortbildungsinstitut IQSH, das Sozialministerium, der Landesrat für Kriminalitätsverhütung, die Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein (AKJS), die Koordinierungsstelle für schulische Suchtvorbeugung (KOSS) sowie die Polizei vertreten.

Biel betonte, dass sich im Bereich Gewaltprävention besonders in den vergangenen Jahren eine Menge bewegt habe. „Da ist an den Schulen viel initiiert und investiert worden, zum Beispiel durch das Konfliktlotsen-Programm. Es gibt eine Vielzahl von Projekten, bei denen die Schülerinnen und Schüler lernen, sich in andere einzufühlen, angemessen auf körperliche und psychische Gewalt zu reagieren und auch couragiert einzuschreiten. Diese Ansätze müssen konsequent weiterverfolgt werden.“

Die neue Version des Notfallwegweisers steht bereits auf den Internetseiten des Bildungsportals Schleswig-Holstein (<link http: www.bildung.schleswig-holstein.de _blank external-link-new-window external link in new>www.bildung.schleswig-holstein.de) zum Herunterladen bereit.

Aktuelle Informationen über die zahlreichen Angebote zur Gewaltpräventionen finden sich im Fächerportal des IQSH (<link http: faecher.lernnetz.de _blank external-link-new-window external link in new>faecher.lernnetz.de / Anwahlpunkt „Gewaltprävention“ in der Themenliste).

Mehr Informationen: http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Service/Broschueren/Bildung/Notfallwegweiser__Kopien.html

Herausgeber: Ministerium für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein

 

Redaktion: Ilja Koschembar

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