Bildungspolitik

Ausbildungsmarkt in MV: Mehr Stellen als Bewerber

In Mecklenburg-Vorpommern gab es 2010 deutlich mehr Ausbildungsangebote als Bewerber. "Der Markt hat sich komplett gedreht", sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel heute auf der Landespressekonferenz. "Nicht mehr fehlende Ausbildungsplätze, sondern fehlende Bewerber und in der Folge fehlende Fachkräfte bestimmen das Handeln."

26.10.2010

"Das Land befindet sich mitten im demografischen Wandel. Auf dem Ausbildungsstellenmarkt geht es schon nicht mehr um Wandel, sondern um starke Einbrüche", sagte Seidel. "Positiv formuliert: Die Chancen für junge Menschen sind gestiegen. Die Suche nach einem Wunschausbildungsplatz ist für viele Bewerber - gute schulische Leistungen und Engagement vorausgesetzt - deutlich einfacher geworden als bei ihren Vorgängern."

Die aktuellen Zahlen auf dem Ausbildungsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern: In diesem Jahr standen 9.744 gemeldeten Bewerbern (Vorjahr: 12.161, -2.417 oder 19,9 %) 12.145 gemeldete Stellen gegenüber (Vorjahr: 12.781, -636 oder 5,0 %). Der Anteil der Altbewerber lag bei 54,3 Prozent (5.290, Vorjahr 6.525). Insgesamt wurden 9.959 betriebliche Stellen angeboten, 858 oder +9,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil außerbetrieblicher Stellen sank um 40 Prozent und lag bei 2.186.

975 unbesetzten Stellen (Vorjahr: 670, +45,5 %) standen 225 unversorgte Bewerber (Vorjahr: 281, -19,9 %) gegenüber. Freie Stellen finden sich dabei vor allem in gastronomischen Ausbildungen und bei Fachverkäufern, Fleischern und Bäckern. Auch die Situation der Altbewerber hat sich deutlich verbessert. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl der gemeldeten Altbewerber gegenüber dem Vorjahresmonat (6.525) auf 5.290 (-1.235) zurückgegangen.

In diesem Jahr ist die Zahl der Schulabgänger aus den allgemeinbildenden Schulen auf 10.486 gesunken. Der Rückgang der Schulabgängerzahlen wird sich in den nächsten Jahren noch fortsetzen, bis 2026 werden die Schulabgängerzahlen kaum mehr über 12.000 pro Jahr ansteigen.

"An diesen Zahlen müssen sich Wirtschaft und öffentlicher Dienst orientieren, wenn sie Nachwuchs- und Fachkräfteentwicklung betreiben. Chefs, Betriebs- und Personalleiter müssen alle Chancen nutzen, um die Fachkräfte der Zukunft auszubilden", sagte Seidel. "Die Wirtschaft darf nicht sehenden Auges in eine Fachkräftekrise laufen. Angesichts des zunehmenden Fachkräftebedarfes bleibt Ausbildung das Gebot der Stunde." Zum fehlenden Nachwuchs kommt die Tatsache, dass in Mecklenburg-Vorpommern die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter durchschnittlich um 1.200 pro Monat abnimmt.

Mehr denn je kommt es darauf an, dass sich Betriebe und Branchen im Wettbewerb um den Nachwuchs gut aufstellen. Für Betriebe, die leistungsschwächere Jugendliche ausbilden wollen, gibt es die Fördermöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit, z.B. ausbildungsbegleitende Hilfen mit Stützunterricht und sozialpädagogischer Betreuung im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung.

"Weitere Stichworte sind: Qualität der Ausbildung, Höhe der Ausbildungsvergütungen und der späteren Facharbeiterlöhne, Übernahme nach der Ausbildung, preiswerte Unterkunftsmöglichkeiten schaffen, bezahlte Überstunden oder Über-stundenausgleich", sagte Seidel. "Kontakte mit den Schulen müssen intensiviert werden. Plätze für Schülerbetriebspraktika helfen den Jugendlichen bei der Berufswahlentscheidung und den Betrieben bei der Nachwuchsgewinnung. Mit der Informationskampagne zur Fachkräftesicherung -Durchstarten in MV - Dein Land, deine Chance- zeigen wir, dass das Land viele berufliche Chancen zu bieten hat." (<link http: www.durchstarten-in-mv.de _blank external-link-new-window>www.durchstarten-in-mv.de)

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Redaktion: Ilja Koschembar

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